Die Vielfalt menschlicher Erfahrung. Der Psychologe und Philosoph William James

Regine Kather

Ein pluralistisches Universum

William James, der ein bedeutender Vermittler zwischen angels­ächsischer und kontinental-europäischer Geistes­geschichte werden sollte, wurde im Jahr 1842 in New York geboren[1]. Der Vater stu­dierte inten­siv die Schriften Swedenborgs; Philo­so­phen wie Waldo Emer­son und Henry David Thoreau waren Gäste im Hause James. Die viel­sei­tigen Ge­spräche för­der­ten nicht nur die Sprachbegabung von Wil­liam, son­dern auch die sei­nes jüngeren Bruders Henry, der ein bekannter Schriftstel­ler wurde. Die Familie wechselte häufig ihren Wohnort, so daß William nicht nur in New York, sondern auch in Paris, London, Genf, Boulogne und Bonn zur Schule ging. Dies legte den Grundstein für seine kos­mopo­liti­sche Hal­tung. Jede Form der Ungerechtigkeit und Unter­drückung von Individuen oder Völkern war ihm verhaßt. Zwar spürte James in späteren Jahren immer mehr, daß man irgend­wo zu Hause sein muß, um die inne­re Sammlung zum schöpfe­rischen Arbei­ten zu be­halten. Trotzdem bewahrte er sich eine hohe Sen­sibilität für die Stärken und Schwächen der unter­schiedli­chen Natio­nen.

Die Grundgedanken einer kosmopolitischen Haltung for­mulierte zum ersten Mal die stoische Philosophie vor etwa 2000 Jahren: Die verschiedenen Nationen sehen die Welt jeweils anders. Schon im Temperament un­terschei­den sich Völker und Rassen oft tiefge­hend. Ge­schicht­liche Ent­wicklungen, klimati­sche und geogra­phische Ver­hält­nisse verstärken die Besonderheiten der Lebens­gewohn­hei­ten, Bräuche und reli­giösen Vor­stel­lungen. Diese Verschiedenheit der Indivi­duen und Völker drückt für die Stoiker den Reichtum der Welt aus. Die Erde wäre arm, wenn alle Na­tionen die­selbe Lebens­weise hätten. Es würde der Anreiz feh­len, sich mit Neuem und Fremdem auseinanderzuset­zen. Jen­seits die­ser Ver­schie­denheit sehen die Stoiker eine tiefe Ver­bun­denheit aller Men­schen. Der Logos, der sich in der Fähigkeit zu denken und zu sprechen aus­drückt, ist allen Men­schen gemein­sam. Alle un­ter­stehen denselben Gesetzen der Natur und des Kos­mos, die sie miteinander verbin­den[2]. Kein Mensch könnte abgetrennt von der Gemeinschaft der Menschen existieren; er gliche einem Zweig, der von einem Baum abgeschnitten wurde, wie die Stoiker nicht müde werden zu betonen. Das Wissen um die Gemeinsam­keit aller Menschen ermög­licht wirkli­che Tole­ranz gegenüber ihrer Ver­schiedenheit. Einpräg­sam formu­lierte der römische Kaiser Marc Aurel, der von 121 bis 180 lebte, diesen Gedan­ken: „Staat und Vater­land ist für mich als Antoninus Rom, für mich als Mensch die Welt. Was diesen Staaten nun nützlich ist, das allein ist für mich gut.“[3]

Auch für William James entwickeln sich aus den ver­schie­denen Grund­be­dürf­nissen von Menschen und Natio­nen un­ter­schied­li­che Le­bens­formen. Je nach den Ver­stan­des- und Ge­mütsbe­dürfnis­sen sollte die größt­mög­liche Frei­heit gewäh­rt werden. Eine einzige philoso­phi­sche In­terpreta­tion der Wirklichkeit kann unmög­lich die Er­fahrun­gen aller Menschen angemes­sen ausdrücken. Wie Leibniz[4] ist James der Über­zeugung, daß jeder Mensch die Wirk­lichkeit unter einer anderen Perspekti­ve sieht. Der Brenn­punkt, um den herum er seine Erfahrungen mit der Welt sammelt, unter­scheidet sich von der Sicht eines anderen Men­schen. „Ich weiß, daß jeder von Ihnen, meine Damen und Her­ren, seine Philoso­phie hat und daß es das Interessan­te­ste und Wichtig­ste an Ihnen ist, inwie­fern diese Phi­losophie den Gesichtswinkel bestimmt, unter dem Sie Ihre verschiedenen Welten betrach­ten... Denn die Phi­losophie, die in jedem von uns von so großer Bedeu­tung ist, sie ist nichts fach­männisch Formulierbares. Sie ist vielmehr unser mehr oder weniger deutliches Gefühl von dem, was der ehrliche oder tiefe Sinn des Lebens ist. Sie ist nur zum Teil aus Büchern gewonnen. Sie ist unsere individuelle Art, das Stoßen und Drän­gen der Welt zu schauen und zu fühlen.“[5] Die Welt erscheint als ein ‚plura­li­sti­sches Uni­ver­sum’, als ein Univer­sum, in dem sich die ver­schie­denen Sichtweisen begeg­nen[6]. „Versetzen Sie sich in das Zentrum der philosophischen Vision eines Menschen und Sie verstehen auf einmal all die verschiedenen Dinge, die es ihn schrei­ben oder sagen läßt. Aber halten Sie sich außer­halb,... ver­suchen Sie die Philosophie aus einzelnen Sätzen auf­zubauen, indem Sie erst einen Satz und dann einen anderen nehmen und versuchen, sie ‚lo­gisch’ zusammen­zufügen, dann werden Sie natürlich fehlgehen. Sie kriechen darüber wie eine kurzsichtige Ameise über ein Gebäude, fallen in jeden mikroskopischen Riß oder Spalt, finden nichts außer Inkonsistenzen und hoffen niemals, daß ein Zentrum existiert.“[7]

Die Grenzen der Naturwissenschaft

Zu diesen unterschiedlichen Sichtweisen der Wirklichkeit gehören auch die von Natur- und Geisteswissenschaften, deren Spannung James in seiner eigenen Person austrug. Wie etwas später die Naturwissenschaftler A.N.Whitehead, A. Einstein, E.Schrödinger, W.Heisen­berg, W.Pauli, N.Bohr oder C.F.von Weizsäcker suchte auch James nach ‚der anderen Seite der Wirklich­keit’. Das 19.Jahr­hundert war geprägt durch einen unge­heuren Opti­mismus in den Naturwissen­schaften: Viele glaubten, daß sich letztlich alle Vorgänge in der Natur und im Menschen mit Hilfe der klassi­schen Physik erklären lassen würden. Es sei nur eine Frage der Zeit, so dachte man schon damals, bis dies gelingen würde. Noch Newton hatte die Grenzen des mechani­stischen Weltbildes klar er­kannt: Wer anders als Gott konnte die harten, ausge­dehnten, undurchdring­lichen, unteil­baren und be­weglichen Atome schaffen, aus denen sich die sichtbare Welt aufbaut? Ist er nicht die letzte Ursa­che dafür, daß sich die Bewe­gungsenergie in der Welt über die Zeiten hin­weg erhält? Zeugt nicht die wunder­bare Gesetz­mäßig­keit der Natur und der Lebe­wesen vom Sinn der Schöp­fung? Doch das 19.Jahrhundert wollte davon nichts mehr wis­sen: Es bedarf, wie Pierre Simone de Laplace sagte, zur Er­klärung der Weltma­schi­ne keines Gottes; für Charles Darwin entwickelt sich die Vielzahl der Lebewesen ziellos durch zufäl­lige Mutatio­nen und durch Selek­tion auf­grund von glückender oder miß­lingender Anpas­sung an die äuße­ren Umstände.

James war fasziniert von der naturwissen­schaftlichen Metho­de: Nur noch die Aussagen über die Wirk­lichkeit gelten als wahr, die sich durch empiri­sche Be­obach­tungen belegen lassen. Sogar Theorien, die logisch schlüssig sind, gelten als haltlos, wenn sie sich nicht auf Erfahrun­gen stützen. Als wirklich gilt nur, was natur­wis­sen­schaftlich nachweis­bar ist. Diese Ein­stel­lung hat auch noch das 20.Jahrhundert nachhal­tig ge­prägt.

Aber er­schöpft sich darin ‚Wirklichkeit’? Läßt sich alles Füh­len und Denken, die per­sönli­che Identi­tät, vollständig auf körperli­che Mecha­nismen redu­zie­ren? Läßt sich aus Nervenerregungen das Bewußtsein ableiten?[8] Ist die Erfahrung Gottes unwirk­lich, eine bloße Illusion, ein Ausdruck kindlicher Wünsche, wie Lud­wig Feuer­bach und Sig­mund Freud meinen?

James studierte zunächst Chemie, vergleichende Anato­mie und Medizin. Der Biologe Louis Agassiz lud ihn ein, an einer Expedition in den Amazonas teil­zuneh­men, um naturge­schicht­liche Stu­dien zu trei­ben. Als James während der Reise erkrankte, wurde ihm be­wußt, daß sein Le­bensziel nicht im Sam­meln ein­zel­ner Objek­te, im Aufreihen von Fakten und Neuig­kei­ten bestand; das Be­dürfnis, die tie­feren Zusammen­hänge zu verstehen, zu philosophie­ren, wurde in ihm wach. Trotz­dem setzte er sein Medizin­studium in Harvard fort. In den Jahren 1867/ 68 ging er für 18 Monate nach Deutsch­land, um führende Wissen­schaftler wie Virchow, Du Bois-Reymond, Wundt und Helmholtz selbst zu hö­ren. Gleichzeitig vertiefte er sich in die deut­schen Klassiker, studierte Hegel und Kant und traf mit Dilthey zusam­men.

Im Jahr 1872 beginnt James in Harvard Phy­siologie und ver­gleichende Anatomie zu lehren und seit 1876 phy­siologische Psycholo­gie. In Deutsch­land hatte er die Impulse für eine ex­akte, an den Naturwis­sen­schaf­ten orientierte Psycholo­gie emp­fangen, die er­forscht, wie Ver­ände­rungen in den Nerven be­stimmte Be­wußtseins­zu­stände hervorrufen. Noch etwas vor Wundt in Deutsch­land richtet James ein erstes psycho­logi­sches Labo­ratori­um ein. In zwölf Jahren konzen­trierter Ar­beit verfaßt er sein erstes Haupt­werk, ‚die Prin­zi­pien der Psy­cholo­gie’, das 1890 er­scheint.

James erfuhr am eigenen Leibe die Möglichkeiten und Grenzen der positivi­stischen Wissenschaften. Sein Lebenswerk ist nicht nur Ausdruck rein theo­retischer Erwä­gungen und Schlußfol­gerungen. Seine Überlegungen zur Willens­frei­heit, zum Bewußtsein oder zur Religion sind in eige­nen, tiefen Erfahrun­gen ver­wurzelt. Sein ganzes Leben hindurch war James immer wieder körper­lich krank und durchlitt tiefe seelische Krisen. In einer schwe­ren Exi­stenz­krise im Jahr 1870 wurden ihm die Ab­grün­dig­keit des eigenen Ich und die Gren­zen des ratio­nalen Denkens bewußt. Das Gefühl der Fruchtlosig­keit des Daseins löste schwere Depressionen aus, in denen mehr als einmal die Neigung zum Selbst­mord auf­keimte. Drei­ßig Jahre später be­schrieb James eine dieser er­schüt­tern­den Erfahrun­gen in seinem Werk ‚Die Viel­falt reli­giö­ser Erfahrun­g’: „Als ich in dieser pessimistischen Stimmung war und so nieder­geschlagen in die Zukunft sah, ging ich eines Abends im Zwielicht ins Ankleidezimmer, um mir etwas zu holen. Da überfiel mich plötzlich, ohne irgend ein voraufge­gangenes Anzei­chen, gerade als ob es aus dem Dunkel hervorkäme, ein furchtbares Entsetzen vor mei­nem eige­nen Dasein. Zugleich stand vor meinem Geist das Bild eines Epileptikers, den ich in einem Asyl gesehen hatte, eines schwarz­haarigen Jünglings mit grünlicher Hautfarbe, der vollständig blödsinnig war und den ganzen Tag lang auf den Bänken oder vielmehr Brettern an der Wand zu sitzen pflegte, die Knie bis zum Kinn heraufgezogen und das grobe, graue Unterhemd, sein einziges Kleidungsstück, darüber gezogen, so daß seine ganze Gestalt davon um­schlossen wurde... Dies Bild und meine Furcht verschmolzen mit einander; ich hatte das deutliche Gefühl: diese Gestalt zeigt dir deine eigene Zukunft. Alles, was ich bin und habe, kann mich nicht vor diesem Schicksal bewahren, wenn die Stunde für mich schlägt, wie sie für ihn ge­schla­gen hat. Ich empfand solch Entsetzen vor ihm und die Überzeu­gung, daß meine Verschiedenheit von ihm nur eine au­genblick­liche sei, war so stark, daß der feste Boden unter mir zu wanken schien und ich zu einem Gebilde zittern­der Furcht wurde. Von da ab war die Welt für mich eine andere geworden... Es war wie eine Offenba­rung; und obgleich jene Empfindungen wieder aufhörten, habe ich doch seitdem Verständnis für die krankhaften Gefühle anderer ge­habt... Ich erinnere mich, wie ich mich darüber wunderte, daß andere Men­schen leben konn­ten, und daß ich selber gelebt hatte, ohne den Abgrund von Unsi­cherheit unter der Oberfläche des Lebens zu bemer­ken... Ich war immer der Ansicht, daß dieser Anfall eine religiöse Bedeutung hatte.“[9]

Die Bedrohlichkeit dieser Existenz­krise, die Angst, sich in dieser Halluzina­tion zu verlieren, von ihr verschlungen zu werden, mobilisiert alle Kräfte in James. Gibt es einen freien Willen - obwohl die Naturwissen­schaften lehren, daß die physiologischen Abläufe streng determiniert sind? Diese Frage hatte sich James immer wieder ge­stellt. In seiner schreck­lichen Krise findet er eine Ant­wort: Offensicht­lich gibt es einen freien Willen; er ist erfahr­bar; und der erste Aus­druck menschlicher Freiheit besteht in einem Be­wußt­seins­akt. Er beruht auf dem Entschluß, vom frei­en Willen und den schöpferi­schen Mög­lich­keiten des Men­schen auszugehen. Diese spontane Ent­scheidung läßt sich nicht mehr aus Abläufen im Nervensystem, im Ge­hirn oder aus so­zialen Einflüssen ableiten. „Mein erster Akt des freien Willens soll sein, an den freien Willen zu glauben. Ich will mich bloßer Speku­lation und kontem­plativer Grübelei enthal­ten und das Gefühl der moralischen Freiheit pflegen... Nicht in Maximen, nicht in Anschauungen, sondern in gehäuften Akten des Denkens liegt die Ret­tung... Leben soll auf­gebaut werden auf Handeln, Ertragen, Schaffen.“[10]

James erschien sein Ent­schluß, an seine eigenen Mög­lichkeiten zu glauben und sich nicht den Halluzina­tionen zu über­lassen, die sich ihm auf­dräng­ten, als Rettung. Die gedankliche Einstellung, mit der man eine Sache ange­ht, die Auf­merksamkeit, die man auf sie rich­tet, wirkt sich im Handeln aus. Der Wel­ten­lauf ist weder durch einen gött­lichen Wil­len noch durch eherne Natur­gesetze voll­kom­men determiniert. Die vielen einzel­nen Akte des tägli­chen Lebens können immer wie­der neue Anfänge setzen. Sie führen neue, aus dem Vergangenen unableitbare Möglichkei­ten in das Geschehen ein.

Aber was ist dieses ‚Ich’, das Entschlüsse faßt, will, fühlt, denkt oder träumt? Wen meinen wir eigentlich, wenn wir ‚Ich’ sagen? In den menschlichen Verhaltens­weisen zeigt sich eine Ziel­strebigkeit, die sich nicht mehr durch die Wir­kung äußerer Kräfte erklären läßt. Umwege werden ge­sucht und ver­schiedene Mittel erprobt, um ein Hindernis zu überwinden und das Ziel zu errei­chen. Dies deutet un­trüg­lich auf Einsicht und Wahl, auf eine Spontanei­tät des Ver­hal­tens hin. „Romeo sucht Julia wie der Eisenspan den Magnet; und wenn keine Hinder­nisse im Wege stehen, geht er genauso geradlinig auf sie zu wie der Span auf den Magnet. Aber wenn zwischen ihnen eine Wand errichtet wird, verharren Romeo und Julia nicht dabei, ihre Gesichter wie Verrückte gegen die Wand zu drücken, wie sich Magnet und Span gegen eine Karte drücken. Romeo findet bald einen Umweg“[11].

Derjenige, der ‚Ich’ sagt, weiß nicht nur von den Dingen um sich herum, sondern er weiß auch von sich, von seinen Gedanken, Gefüh­len oder Träumen. Er ist sich seiner selbst bewußt. Dieses ‚Ich’ ist nicht starr und unver­änder­lich wie die Dinge im Raum; es gleicht nicht einer unbewegten Substanz, die im Körper wie in einer Schachtel eingeschlossen ist. Das, was wir sind, die persönliche Identität, bildet sich nicht durch die Summierung äußerer Reize und einzelner Er­leb­nisse. Die Einheit des ‚Ich’ durch seine wechsel­volle Geschichte hindurch gleicht einem Strom. Dessen Bewegung ent­steht auch nicht erst aus der Summe der einzel­nen Was­ser­trop­fen; un­ablässig folgt eine Welle der näch­sten. Das ‚Ich’ ist unauf­hörlich tätig. Es inte­griert die vielen ein­zelnen Gedanken, Gefühle und sinnlichen Ein­drücke zur Einheit der Er­fahrung. Es selbst ist allerdings keiner dieser Ge­danken oder Ein­drücke.

Durch die fortlaufende Integration der Erlebnisse bildet sich allmählich die unverwechselbare Perspekti­ve, unter der ein Mensch die Welt wahrnimmt. James unter­schei­det ver­schiedene Funktionen des ‚Ich’, die sich wie Schalen einer Zwiebel um­ein­ander lagern: Materiel­les, so­ziales und gei­stiges Ich sind inein­ander ver­schränkt. Das materielle Ich besteht aus dem Leib sowie allen leibli­chen Bedürfnissen und den Din­gen, die zu ihrer Befriedigung dienen. Kleidung und Nahrung zählen ebenso dazu wie die Wohnung, in der man lebt und die nähere Umge­bung. Das soziale Ich besteht aus den Bildern, die man von sich hat. Und es bildet sich aus den Erwartungen, die andere an einen stel­len.

Nur das geistige Ich ist jenes innere Zen­trum des Be­wußt­seins, das urteilt, wertet, wählt und die Erleb­nisse inte­griert. Es ist der Bewußtseins­strom mit all seinen Möglichkei­ten und Aktivitä­ten. Durch ihn dauert die persönliche Identität auch während der Phasen des Schlafes oder der Ohnmacht­. Wenn wir aus einem tiefen Schlaf oder einer Betäubung er­wachen, erkennen wir uns dennoch wieder. Selbst über die Span­ne der Jahre hin­weg, den Wandel der äußeren Umstände, der Veränderung der sozialen Stellung, des Freundes­kreises und der eigenen Ansichten, weiß man sich als derselbe Mensch.

Das ‚Ich’ kann durch die Messung der Gehirn­funktionen nicht empirisch nach­gewiesen werden; und es kann sich selbst nicht wie einen Gegenstand anschauen. Ge­rade daß es sich betrachtet, kann es nicht mehr sehen. Und doch erfahren wir es in der Einheit unseres Erle­bens im Wan­del der Zeit. Die integrierende Tätigkeit des Ich ist für James eine Lücke im naturwissen­schaftli­chen Weltbild.

Obwohl alle psychischen Funktionen in leiblichen Pro­zes­sen ver­ankert sind, kann man das Be­wußt­sein nicht aus ihnen ableiten. Die Frage, was das ‚Ich’ ist, führt James an die Gren­zen der Naturwissenschaft. Dabei hatte er nur deren An­spruch ganz ernst genommen: Er studierte das, was er­fahr­bar ist. Erfahr­bar ist aller­dings nicht nur, was wir mit den Sinnen und in Raum und Zeit wahr­neh­men. Genau­so wirklich ist die Erfah­rung des freien Willens, des Ich, des Unbe­wußten und religiö­ser Zu­stände. Vor­ur­teils­frei und unabhängig von religiösen Dogmen oder welt­anschauli­chen Vorent­schei­dungen muß man das gesam­te Spek­trum menschlicher Er­fahrun­gen betrach­ten. Die Phäno­me­ne, die die Natur­wissen­schaften untersu­chen, bilden nur einen kleinen Aus­schnitt der Wirklichkeit. Nichts berechtigt zu der Annahme, daß nur sie wirklich sind, während innere Erfahrungen unwirk­lich sind. Es ist in hohem Maße un­wis­sen­schaft­lich, ganze Be­rei­che der Er­fah­rung einfach aus­zu­blen­den. So wendet James die wis­senschaftliche Methode gegen ihre eigene Ver­engung: Sein Pragma­tismus kritisiert mit Hilfe empi­rischer Befunde den wis­sen­schaft­lichen Mate­rialis­mus.

Im Jahr 1888 heiratet James die Lehrerin Alice Gib­bens. 1889 erkrankt James und reist nach Europa, um sich in der Schweiz zu erho­len. Statt­dessen nimmt er am 1.in­ternatio­na­len Psy­cho­logen­kon­greß in Paris teil und kehrt ange­regt nach Amerika zurück. Im Sommer 1892 rei­st er mit seiner Familie in den Schwarzwald und in die Schweiz, um sich ein ‚Sabbath­jahr’ zu gön­nen. Den Winter ver­bringt er in Florenz und läßt sich durch die italieni­sche Malerei inspirie­ren und kehrt im Herbst 1893 nach Amerika zu­rück.

Die Vielfalt religiöser Erfahrungen

Nun beginnt eine neue Lebens­pha­se: James hatte sein erstes großes Werk, die ‚Prinzipien der Psychologie’ nach zwölf Jahren intensiver Arbeit endlich abge­schlos­sen. Sein Auf­enthalt in Europa brachte den nöti­gen inneren Abstand. Der Inter­es­sen­schwer­punkt ver­lagerte sich immer mehr auf Philoso­phie und Religion, so daß er in Har­vard von nun an bis zu seiner Emeri­tierung im Jahr 1907 eine Pro­fessur für Phi­lo­so­phie inne­hatte. Wiederholt hält James Vorle­sungen in seinem leben­digem und persönlichem Stil an verschie­de­nen Univer­sitäten in Ameri­ka und Eng­land. In Bad Nauheim, der Schweiz und in Rom sucht er Gene­sung von einem schweren Herzleiden. Wäh­renddes­sen be­schäf­tigt er sich mit äußer­ster Disziplin mit den Bio­gra­phien von Heili­gen und deren reli­giösen Erfah­run­gen. Die Früchte dieser Ar­beit sind die Gifford-Vor­lesun­gen, die er in Edinburgh in den Jahren 1901 und 1902 hält. Der große Er­folg dieser ‚Lectures’ trägt seinen Namen in prote­stan­tische und katho­li­sche Krei­se. Schon 1904 erscheinen die Gifford-Vor­lesungen als ein um­fangreiches und in bril­li­anter Prosa ver­faßtes Werk mit dem Titel ‚Die Viel­falt reli­giöser Erfah­rung’.

Wieder geht James wie die Naturwissenschaften von Beobachtun­gen aus. Gerade dadurch er­schließt er einen neuen, gänzlich unorthodoxen Zugang zur Vielfalt reli­giöser Er­fah­rungen. Sein Werk gerät zu einer tief­schürfenden Kri­tik des medizi­nischen und anthropologi­schen Mate­rialis­mus seiner wie unserer Zeit. Die Leug­nung reli­giöser Erfahrun­gen wäre ange­sichts der Viel­zahl von Berichten über alle Zeiten und Kultu­ren hin­weg gänz­lich unwis­senschaft­lich. Es wäre blin­der Dog­matis­mus, wenn man den Wert religiöser Erfahrungen, ihre Bedeutung, auf organi­sche Prozesse oder psy­chische Fehlhal­tungen zu­rück­führen wür­de. Im übrigen wäre dann auch die Gei­stes­ver­fas­sung eines standhaf­ten Atheisten aus biogra­phi­schen und organischen Einflüs­sen herleitbar. ­Könn­te es nicht sein, daß religiö­se Erfah­rungen tat­säch­lich von einem gött­lichen Be­wußt­sein zeugen, das viel um­fassen­der ist als unser All­tags­bewußtsein? „Es würde ein dogmatisches Nichtglauben an die Exi­stenz irgend­eines über dem normalen Menschengeist stehenden Bewußtseins bedeuten, und dies angesichts des höchst lebendigen seelischen Verkehrs von Menschen mit einem Ideal, das sich dem Gefühl aufdrängt, als ob es gleichfalls wirk­lich wäre (ich habe keinen solchen Verkehr - ich wollte, ich hätte ihn -, aber ich kann meine Augen nicht vor seiner Lebhaftigkeit bei anderen ver­schließen.)... Warum sollen wir nicht im Universum leben wie unsere Hunde und Katzen in unserem Wohn- und Arbeits­zimmer?“[12]

Jen­seits aller konfessionellen Bindungen trägt James ein brei­tes Spektrum von reli­giösen Erfah­rungen zusam­men. Man kann zwei Typen von Menschen unter­schei­den: Die ‚Ein­malgeborenen’ und die ‚Zweimal­gebo­renen’. Der robuste Charakter des ‚Ein­malgebore­nen’ nimmt alle Schicksals­schläge mit uner­schüt­terli­chem Gleich­mut hin. Ohne besonders aufgewühlt zu wer­den, tröstet er sich mit ungebrochenem Optimismus über schwierige Situa­tionen hin­weg. Er leidet nicht sonder­lich, sein Selbstbewußt­sein wankt kaum einmal und persönliche Kri­sen sind ihm unbe­kannt. Er glaubt an das Gute in der Welt und sieht den Kummer über das Leid als ein Übel an, das es zu überwinden gilt.

Während der robu­ste Charakter das Leben nur an der Ober­fläche berührt, kostet der ‚Zweimalgeborene’ auch seine Tiefen bis zur Neige aus. Irgend­wann in seinem Leben hat er die Brüchigkeit des eigenen Da­seins schmerzhaft durch­litten. In einer tiefen Melancholie ist ihm die Welt sinnlos, zusammenhanglos und leer er­schienen. Die kleinen Freu­den des alltäglichen Lebens haben ihre Farbigkeit und ihren Reiz verloren. Die gewöhnlichen Sicherheiten erscheinen als trügerisch. Alles wirkt öde, grau und leb­los. Das eigene Versagen, ver­säumte Gelegenhei­ten, Schuld und vergeb­liche Mühen türmen sich wie eine riesige Last auf.

Exi­stenz­kri­sen erschüttern den frag­los hingenom­menen Alltag. Sie können der Durchgang zu einer ver­tief­ten Welt­sicht und Le­benser­fahrung sein. Der Mensch muß erst die Verankerung im natürli­chen Leben verlieren, um am geisti­gen teilneh­men zu können. Erinnern wir uns an James’ eige­ne Kri­se, die ihn in den Grenzbe­reich eines psy­choti­schen Zu­sammenbruchs geführt hatte. James selbst hat diesen Einbruch nie als mystische Erfahrung ver­kannt. Trotz­dem hatte er ihm eine religiöse Bedeu­tung bei­gelegt: Schlagartig und mit be­zwingender Ge­walt war ihm die Tie­fendi­men­sion des menschlichen Bewußtseins aufge­gan­gen. Seit­her öffnete er sich immer mehr der Frage nach je­ner, das persönliche Ich übersteigenden Dimen­sion. Wenn er die Schilderun­gen ande­rer liest, klingen Sei­ten des eige­nen Wesens mit an. Mit hoher Sen­sibi­lität arbeitet er die Ent­wicklungs­möglichkeiten her­aus, die noch in extremen Krisen verborgen sein kön­nen. Ziel­sicher spürt er, wo ein Men­sch einen neuen Le­bens­im­puls emp­fängt. An einen Atheisten schreibt James im Jahr 1904: „Ich habe keine lebendige Empfindung eines Verkehrs mit Gott. Ich beneide die, die eine solche haben, da ich weiß, daß sie mir unendlich helfen würde. Das Gött­liche ist für mein aktives Leben auf abstrakte Begrif­fe beschränkt, die als Ideale mich interessieren und beeinflussen, aber sie tun es nur schwach im Ver­gleich mit dem Gottesgefühl, wenn ich ein solches hätte. Es ist nur ein Intensitäts­unterschied, aber Intensitäts­unterschiede können unser ganzes Energie­zentrum ver­schieben. Immerhin... es ist etwas in mir, das antwor­tet, wenn ich von Äußerungen des Gottesbe­wußtseins bei anderen höre... Etwas sagt mir: dort liegt Wahrheit, und ich bin sicher, daß es sich nicht bloß um alte theisti­sche Gewohnheiten und Kindheits­vor­urteile han­delt... Nennen sie dies, wenn Sie wol­len, meinen my­stischen Keim“[13].

Erst in den letz­ten fünf Jah­ren vor seinem Tod, so schil­dert James, habe er mehr­mals das Gefühl einer mysti­schen Ausweitung des Selbst gehabt. Was geschieht nun in der religiö­sen Erfahrung? Es sei die Verlage­rung des inneren Energiezen­trums, eine Steige­rung der Erlebnisintensität, sagte James. Die Evolutionstheorie regte James dazu an, religiöse Erfahrungen als quali­tativen Sprung in eine neue psychische Gleichgewichts­lage zu deuten. Einzelne Ein­flüsse sind vielleicht lange Zeit in der Stille unbewußt gereift. Andere Erfahrungen haben möglicherweise einen Schock ausge­löst. Neue Informa­tionen haben allmählich die Blick­richtung verscho­ben. Plötz­lich gewinnt das psychi­sche System einen anderen Schwer­punkt, so daß der Mensch von einem höhe­ren Ener­gie­niveau her lebt. Diese neue Struktur bleibt dau­erhaft: „in einem Menschen (verlagert sich) das Zentrum seiner persönli­chen Energie und neue Höhepunkte der Emotion (leuchten auf). ...die Phänomene... (gehen) teilweise auf explizit be­wußte Prozesse des Denkens und Wollens zurück, aber weithin auch auf die unterbewußte ...Rei­fe von Motiven, welche die Lebens­erfahrung abgela­gert hat. Zur Reife gelangt, schlüpfen die Ergeb­nisse aus oder stehen plötzlich in Blüte.“[14] „In ihr kippt der innere Mensch in eine völlig andere Gleichgewichts­lage, lebt von der Zeit an in einem neuen Energiezen­trum“.[15]

Religiöse Ziele, die zuvor nur am Rande des Bewußt­seins waren, bilden von nun ab sein ständiges Zen­trum. Andere Vorstellungen versinken im Hinter­grund. Alle Werte und psychischen Kräfte werden neu um diesen Brennpunkt organi­siert. Die Melancholie ist endgültig überwunden. Ein reifer religiöser Glaube ist von einem intensiven Glücksgefühl begleitet. In selte­nen Momen­ten kann es in der mystischen Er­fahrung noch über­schritten werden. Die Per­son gewinnt ein höheres Maß an innerer Stabilität. Ihr Handeln wirkt einheit­li­cher, ausgegli­chener, lebendi­ger. Bisher unerschlos­sene Kräfte wer­den wach. Die Fähigkeit, die Widersprü­che der Wirk­lich­keit, ihre Härten und Unstim­migkeiten zu er­tragen, wächst. Das Umkip­pen in eine neue inne­re Gleich­ge­wichtslage führt zu völlig anderen Ver­hal­tens­weisen, ohne daß es noch einer Wil­lensan­stren­gung bedürfte. „Wie ...eine höchste Liebe kleinere Opfer in Gewinn verwandeln kann, so kann ein höchstes Vertrauen ge­wöhnliche Sicherheiten verhaßt machen, und es kann in einer gewissen Glut generöser Erregung unaussprechlich niedrig erscheinen, sich noch an persönlichen Besitz­tümern festzu­halten.“[16]

Religionen, so sah schon William James, bringen leicht Exzen­triker mit einem bis ins Krankhafte gestei­gerten Verhalten hervor. Dies ist für James nicht die Folge der Religion, sondern der Persönlichkeitsstruktur insgesamt. Fanatismus, Selbstquälerei, Prüde­rie, Skru­pulosität, Einfältigkeit oder missiona­ri­scher Eifer sind mit intellek­tuel­ler Enge verbunden. Wenn die Balance der inneren Kräfte fehlt, kann die reli­giöse Erfah­rung nicht ange­mes­sen verar­beitet wer­den. Nur ein freies Spiel von Gefühl, Denken und Wil­len führt zur gei­sti­gen Weite. „Starke Affektionen erfordern einen starken Willen; starke Kräfte zum Handeln gebrauchen einen starken Intellekt; ein starker Intellekt benötigt starke Sym­pathien, um das Leben stabil zu erhal­ten.“[17]

Über die Bedeutung von religiösen Erfahrungen sollten keine Dogmen entschei­den. Die Kriterien, die über den Wert religiöser Erfahrungen urtei­len, müssen für James mit dem gesunden Men­schenver­stand über­einstimmen. Religiöse Erfahrungen müssen dem Ein­zelnen und der Ent­wicklung der Mensch­heit nut­zen. Warum eigentlich sollte die Evolution mit dem Menschen plötzlich zum Stillstand kommen? Sollte der Mensch wirklich nur eine Sackgas­se sein? Sind alle Möglichkeiten der Entwick­lung, die in ihm schlummern, schon ausge­schöpft? ‚An ihren Früchten sollt ihr sie erken­nen’, ist der Leit­gedanke des Prag­matismus. Einen Nutzen hat Reli­gion nur dann, wenn sie die Ent­wick­lungsmög­lich­kei­ten der Mensch­heit fördert. „Dies ist nichts als die Anwendung des Grund­satzes von der Elimi­nierung des menschlich Unpassenden und des Überlebens des menschlich Passendsten auf religiöse Überzeugungen“.[18]

Aber welchen Wert können religiöse Tugenden schon für die Mensch­heit haben? Sind sie nicht eher, wie Fried­rich Nietz­sche sagt, Ausdruck von krankhafter Schwä­che, von einer verlogenen, doppel­bödigen ‚Sklavenmo­ral’? „Wenn man das Schwerge­wicht des Lebens nicht ins Le­ben, sondern ins ‚Jen­seits’ verlegt..., so hat man dem Leben überhaupt das Schwergewicht genom­men... Wozu Gemeinsinn, ...wozu mit­arbeiten, zutrauen, irgendein Gesamt­wohl fördern...? Das ‚Heil der Seele’- auf deutsch: ‚die Welt dreht sich um mich’... Das Gift der Lehre ‚gleiche Rechte für alle’ - ...das Christentum hat jedem Ehrfurchts- und Distanz-Gefühl zwischen Mensch und Mensch, das heißt der Vorausset­zung... zu jedem Wachstum der Kultur einen Tod­krieg... gemacht - es hat aus dem ressen­timent der Massen sich seine Hauptwaffe geschmiedet gegen uns, ...gegen unser Glück auf Er­den... das Be­dürfnis nach Glauben ...ist ein Bedürfnis nach Schwäche. Der Mensch des Glaubens ist notwendig ein abhängiger Mensch... Erwägt man, ... wie der Zwang, in einem höheren Sinn die Sklave­rei, die einzige und letzte Bedingung ist, unter der der wil­lens­schächere Mensch, zumal das Weib, gedeiht: so versteht man auch... den ‚Glau­ben’.“[19]

William James sieht die Dinge genau umgekehrt: Gera­de Aske­se gilt den meisten als eine Haltung, die be­son­ders an­fällig ist für Überspanntheit und Exzeß. Jen­seits aller Abir­run­gen drückt die Askese für James die Hal­tung des ‚Zwei­mal­gebore­nen’ aus. Er weiß, daß es in dieser Welt eine grund­sätzliche Ver­kehrtheit gibt, für die er selbst anfällig ist und der er sich stellen muß. Es ist eher ein außergewöhn­licher Rea­litäts­sinn, der einen Men­schen zum Verzicht auf Ehrun­gen, Reich­tü­mer und Siche­rungen führt. Als an Buddha ein Leichnam vorbeigetra­gen wurde, sah er blitzartig, daß dies früher oder später sein eigenes Schicksal sein würde. Er erkannte seine Sterblichkeit, die keine Macht der Welt würde verhindern können. Dies war der entschei­dende Impuls, sich ganz der Suche nach der Lösung des Rätsels vom Leben zu weihen.

Im übrigen ist ein gewisser Verzicht auf Wohl­stand auch eine soziale Tugend. Das Ideal materieller Armut führt zu einem Le­ben, das frei ist von dem Willen, Schwäche­re auszubeuten. Diese Einsicht, die William James 1902 niederschrieb, hat heute eine neue Aktuali­tät erlangt. Die Angst vor einer Einbuße des Wohl­stan­des greift in der westlichen Welt um sich. Aber gerade fortschritt­liche Wirt­schafts­konzeptionen berufen sich auf asketi­sche Idea­le. Eine Ein­schränkung des Kon­sums ist um des Überlebens der Mensch­heit willen notwen­dig. Mit dem alten, mönchischen Ideal der Armut ist aller­dings nicht nur Verzicht ver­bunden. „Die Freiheit von materiellen Bindungen, die unbesto­chene Seele, die männlichere Gleichgültigkeit, Lebens­unterhalt durch das, was wir sind oder tun, nicht durch das, was wir ha­ben“[20].

Auch im Streben nach Heiligkeit entdeckt James mensch­liche Quali­täten, die für das so­ziale Wohlergehen nötig sind. Die Heiligen vertrauen unbeirr­bar auf den guten Keim jedes Men­schen, unabhängig von den sozialen Etiketten. Sie sehen ihn im Armen und im Kranken eben­so wie im so­zial Ge­ächte­ten und sogar im Verbre­cher. Sie blicken auf die Würde eines Men­schen, unge­achtet seiner Ver­gangen­heit; dadurch spornen sie ihn an, wür­dig zu sein. Sie ver­trauen auf die Möglich­keit sei­ner inneren Wandlung. Und in der Tat ist ja die Ent­wick­lung eines Men­schen un­vor­herseh­bar. Niemand weiß, was an verbor­genen Mög­lich­keiten in ihm schlum­mert und ir­gendwann viel­leicht ins Zentrum der Persön­lichkeit rückt. „Unter diesem Ge­sichtspunkt können wir zugeben, daß die Menschen­freund­lichkeit, die wir bei allen Heiligen finden,... eine in Wahr­heit kreative soziale Kraft ist... ohne jenes Übervertrauen in die Würde des Men­schen, das sie zeigen, würde der Rest von uns in geistlicher Stagnation liegen.... die allgemeine Funk­tion seiner Nächstenliebe in der sozialen Entwick­lung ist lebenswichtig und wesentlich. Wenn die Dinge sich ständig aufwärts bewegen sollen, müssen einige bereit sein, den ersten Schritt zu tun und das Risiko zu tragen.“[21]

Heilige sind für James Fackelträger, die ihrer Zeit voraus sind. Dadurch er­scheinen sie dieser wie seltsa­me Fremd­linge oder miß­lungene Geschöpfe. Die Welt ist noch nicht da, wo sie sind. Trotz­dem hinter­lassen sie eine unauslösch­liche Spur. Gerade weil sie an die ge­genwärti­ge Welt schlecht ange­paßt sind, sind sie das Fer­ment einer bes­seren Welt. Sie zei­gen, was mög­lich wäre. Heute sind die Menschen weitge­hend von kurz­sich­ti­gen, egoi­sti­schen Trie­ben be­herrscht. Sie könnten aber zur fried­lichen Ge­mein­schaft mit anderen heran­reifen. Fordert es nicht viel mehr Stärke und Souverä­nität, den anderen gelten zu lassen, anstatt ihn zu demüti­gen, zu quälen und zu vernich­ten? „Schließlich bewahren ihn seine demüti­ge Gesinnung und seine asketischen Tendenzen vor den kleinlichen per­sönlichen Prätentio­nen, die unseren normalen sozialen Verkehr behindern“[22].

Der Psycholo­ge in Wil­liam James er­kann­te, daß ver­schiedene Cha­rak­tere unter­schied­liche Ausgangspunkte für ihre religiöse Entwick­lung haben. Da die An­lagen der Men­schen breit gestreut sind, gibt es ein gan­zes Spek­trum reli­giö­ser Haltungen und Er­fahrun­gen. Sie sind sinnvoll, weil jeweils andere Ge­müts- und Ver­stan­des­be­dürf­nisse befriedigt werden müssen. „Sind sie in ihren inneren Bedürf­nissen so gleich, daß für Harte und Weiche, für Stolze und Demütige, für Strebsame und Faule, für kräftig Gesonnene und Ver­zweifelnde genau dieselben Arten religiösen Ansporns erforderlich sind? Oder sind im Organismus der Mensch­heit mit verschiede­nen Typen des Menschen verschiedene Funktionen verbunden, so daß einige besser für eine Religion der Bestätigung sind, während andere besser sind für eine des Schreckens und des Tadels?“[23]

Auch nach dem Umkip­pen in eine neue Gleichgewichtslage leben ver­schiedene Men­schen von unterschiedlichen Energie­ni­veaus. Was für den einen das Äußerste ist, das möglich ist, ist für den anderen erst der Beginn. Jeder hat sein eigenes Maß der Vollkommenheit. Auch in der Religion sieht James einen Plura­lismus der Wege, Sichtweisen und Lebens­inten­si­tä­ten. Die To­le­ranz gegenüber der Vielfalt religiöser Er­fah­rungen ist allerdings keine bequeme Belie­big­keit. Reli­gion kann für James kein abgeschlosse­nes Gebäu­de von Lehrsätzen und Dogmen sein. Sie ist Aus­druck des unauf­hörlichen Rin­gens der Menschen um Wahrheit, das zu einer ständi­gen Vertiefung der Ein­sicht führen kann. Alle Er­kennt­nis ist eine Annäherung an die Wahrheit von verschie­denen Seiten; sie ist ein unabschließbarer Pro­zeß: „die eigene Offenheit für Korrekturen zuzugeben ist eine Sache, sich dem Meer zügellosen Zweifels zu über­lassen eine andere... Wenn weitere Bereiche der Wahr­heit sich öffnen, ist es gewiß das beste, wenn wir fähig sind, uns selbst für ihre Annahme zu öffnen, unbehindert durch unsere früheren Ansprüche... Ich bin in der Tat der Über­zeugung, daß weder wir noch irgend­ein anderer sterblicher Mensch zu einem bestimmten Zeit­punkt absolut nicht korrigierbare und nicht ver­besser­bare Wahrheit über solche Tatbestände gewinnen können, wie es die sind, mit der sich die Religionen beschäf­tigen... Ich bin kein Liebhaber von Unordnung und Zweifel an sich. Vielmehr fürchte ich, die Wahr­heit durch diesen Anspruch, sie schon ganz zu besit­zen, zu verlieren.“[24]

Theologische Gedankengebäude sind nur Hilfsmittel, um religiöse Erfah­rungen zu beschreiben. Den Urquell aller Religion sieht James in der mysti­schen Erfahrung des Gött­li­chen. Alle Religionsstifter schöpften ihre Weisheit aus der lebendigen Verbundenheit mit einem größeren Bewußtsein. In der mystischen Erfahrung wer­den die Grenzen des Verstan­des in einem zeitlosen Augenblick überstie­gen. Man kann nur noch in Gleich­nis­sen, Symbolen oder Parabeln darüber sprechen. Hier muß der Verstand schweigen. Unver­zichtbar ist er für die kri­tische Analy­se der religiösen Erfahrung, für die In­terpreta­tion, den Ver­gleich, den Aus­tausch mit ande­ren und für das stille Selbst­gespräch.

Phi­loso­phie und Theolo­gie hätten als Wissen­schaft der Reli­gionen eine weites Arbeitsfeld. Dies gilt heute noch mehr als zur Zeit von James: Die Entfer­nungen sind durch die Me­dien, durch Reisen und Ar­beitsbedin­gungen zusammenge­schrumpft. Es gibt immer mehr Überset­zungen der heiligen Schriften und der Weis­heitsbücher anderer Religionen. Außerdem hat das Bedürfnis, sich selbst zu orien­tieren, in den letzten Jahren stark zugenommen.

Dennoch kann die Wissenschaft die lebendige Erfah­rung nicht ersetzen. Wer seine Religio­sität auf Gedan­kenge­bäude oder Dogmen stützt, lebt für James nur aus zwei­ter Hand. Er gleicht jeman­dem, der die Speise­karte studiert, ohne je etwas davon zu es­sen. Genauso unbe­friedigend bliebe es, anstatt der Worte nur eine Rosi­ne auf die Speisekarte zu kleben. Die mystische Erfah­rung wäre ohne den Versuch, sie in Begriffe zu fassen, unvoll­ständig. „Das Wissen über eine Sache ist nicht die Sache selbst. ...die Ursachen von Trunkenheit zu ver­stehen, (ist) nicht dasselbe, wie betrunken zu sein.“[25]

Das kosmische Bewußtsein

Über den Nutzen hinaus müssen religiöse Erfahrun­gen auch wahr sein: Seit seiner eigenen Exi­stenzkrise hatte sich James mit dem menschlichen Be­wußtsein be­schäftigt. Es ist viel weiter als das, was uns davon bewußt ist. Unser normales, waches Bewußtsein ist nur ein besonderer Typ von verschie­denen mög­lichen Be­wußt­seins­zuständen. Das be­wußte Ich ist nur durch eine dünne Wand von einem viel größeren unbewußten Bereich getrennt. „Das unterbewußte Selbst ist heutzutage eine gut be­glaubigte psychologi­sche Entität... Abgesehen von allen religiösen Über­legungen gibt es wirklich und buchstäblich im Ganzen unserer Seele mehr Leben, als uns zu irgendeiner Zeit bewußt ist.“[26]

Das bewußte Ich nimmt nur einen engen Aus­schnitt der Wirklich­keit wahr. Wirklich­keit ist tiefer und rei­cher als wir ge­wöhnlich denken. Der ge­meinsame Kern in der­ Viel­falt reli­giöser Erfah­run­gen liegt darin, daß alle von einer Wirk­lich­keit jen­seits des indi­vidu­ellen Bewußt­seins berichten. Le­dig­lich die Inter­preta­tionen dieser Wirk­lichkeit un­ter­scheiden sich. Man mag sie ‚Gott’, ‚Nir­wana’ oder ‚Brah­man’ nennen. Es han­delt sich um ein schier gren­zenlo­ses ‚Meer des Bewußt­seins’, an dem das indivi­duelle Be­wußt­sein teil­hat.

Das unbewußte Selbst des Menschen bildet die Brücke zwischen jenem ‚Meer des Bewußtseins’ und dem bewußten Ich. Reli­giö­se Er­fah­rungen entstehen für James, wenn aus die­sem ‚Meer des Bewußt­seins’ in seltenen Augen­blicken Ein­flüs­se in das indivi­duelle Be­wußt­sein hin­einströmen. Das kosmi­sche Bewußt­sein ist die Quelle der mysti­schen Erfahrun­gen. Die le­bendige Be­rüh­rung mit ihm hebt das indivi­duel­le Be­wußt­sein auf ein höhe­res Ni­veau. Es vermit­telt das Gefühl der Rettung, des Ver­trauens und des Friedens. Die Welt erscheint unter einem umfas­senderen Ge­sichts­punkt, wie wenn man sie durch ein weite­res Fenster betrach­tet.

Das kosmische Bewußtsein ist nicht nur eine reli­giöse Wahnvor­stellung, nicht nur eine Projektion von Kind­heitssehnsüchten nach Geborgenheit oder von nar­zißti­schen Störungen. Für James ist es ebenso wirk­lich wie die Welt des Alltags. Es ist das unerschöpfliche Re­servoir unserer Ideale. Es bringt reale Wirkungen her­vor, indem es unser Handeln bestimmt. Durch die Ver­wand­lung unseres Ver­hal­tens wirkt es wiederum auf die all­tägliche Welt ein: „(wir haben) in der Tatsache, daß der Mensch... in Kon­tinui­tät mit einem weiteren Selbst steht, von dem Erfahrun­gen der Rettung ausgehen, einen positiven Inhalt von religiöser Erfahrung, der, wie mir scheint, in seinem ganzen Umfang buchstäblich und objektiv wahr ist.[27]

Dieses göttliche Selbst ist für James eine Wirklich­keit jenseits der indivi­duellen Bewußtseinszentren. Es garantiert eine ideale Ord­nung in der Welt. Und es verbindet die zahl­losen vereinzelten Be­wußt­seinszen­tren un­terein­ander. „Wir sind mit unserem individuellen Leben wie Inseln in der See, oder wie Bäume im Wald. Der Ahorn oder die Pinie können sich mit ihren Blättern zuwispern... aber ebenso sind die Bäume mit ihren Wurzeln in der Dunkel­heit unter der Erde verbunden und die Inseln hängen auch durch den Meeresboden untereinander zusammen. Ebenso gibt es ein Kontinuum von kosmi­schem Bewußt­sein, gegen das unsere Individualität nur einen zufäl­ligen Damm bildet und in die unser individueller Geist wie in ...ein Reser­voir ein­taucht. Unser ‚normales’ Bewußtsein ist so umgrenzt, daß es sich unserer äuße­ren irdischen Umgebung anpassen kann, aber der Damm ist an einigen Stellen schwach und passende Einflüsse von jenseits dringen ein und weisen so auf die sonst nicht verifizierbare gemeinsame Verbundenheit hin.“[28]

In dem französischen Philosophen Henri Bergson ent­deckte James einen ver­wandten Geist und begann mit ihm im Dezember 1902 eine Korrespondenz[29]. James wurde immer mehr mit akademi­schen Ehren über­häuft, denen er selbst immer weni­ger Bedeu­tung bei­maß. Seit 1903 zog er sich vom Ge­triebe des aka­demi­schen Lebens mehr und mehr zurück. Das Streben nach ‚Simplification’, nach Ver­einfachung des Lebens, trat zunehmend in den Mit­tel­punkt. Durch die körperliche Anfälligkeit wurde James ge­zwun­gen, sich immer stärker auf das zu kon­zentrieren, was ihm we­sentlich war. Sein Werk hatte schon in den letz­ten Jahren ein hohes Maß an innerer Diszi­plin gefor­dert. Jetzt war der Zeit­punkt gekommen, an dem er spür­te, daß er immer schärfer unter­scheiden mußte zwischen dem, was sein innerstes Anliegen war und dem, worauf er verzichten konnte. So rundete sich sein Werk in den letzten Lebens­jah­ren. Sein Schreib­stil ist ausge­feilt; man spürt, daß die Gedan­ken aus­gereift sind, so daß sie den Leser un­mittel­bar an­spre­chen. Die Sprache erlangt jene kristal­line Klar­heit und Leben­digkeit, die zeigt, wie tief manche Fragen durch­drun­gen wur­den. Frei von persönli­chen Eitel­kei­ten, Gel­tungsstre­ben und Profi­lierungs­gebaren stellen sich die Gedanken rein dar. Durch die Ver­einfa­chung des eigenen Lebens ge­wann auch das, was James an Blei­ben­dem zu sagen hatte, immer klarere Konturen.

Im Jahr 1905 führt James das Bedürfnis nach Erholung noch einmal nach Europa. Er besucht Athen und wohnt in Rom dem internationalen Psychologenkon­greß bei. 1907 erscheint ein weiteres Werk mit dem Titel ‚Der Pragma­tismus’. Im selben Jahr reicht James seine Entlassung an der Harvard Universität ein. Im Sommer 1908 hält James in Oxford die Hibbert-Lectu­res, die ein Jahr später als Buch mit dem Titel ‚Das pluralistische Universum’ erscheinen. Aufmerksam ver­folgt er die Gedanken von Freud und Jung. Jung selbst schöpfte etliche Anregungen aus den Studien von James’ Werk. Freuds Traumtheorien und seinen Symbolis­mus hielt James für eine gefährliche Verengung.

Im Frühjahr 1910 reiste James noch einmal mit seiner Familie nach Bad Nauheim zur Erholung. Trotzdem ver­schlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend. Wenige Wochen nach der Rückkehr nach Amerika starb James am 26.August 1910.

Der Lebensweg von William James zeigt beispielhaft die Möglich­keiten und Grenzen der Naturwissenschaf­ten. Diese beschreiben Er­fah­rungen mit der Wirk­lich­keit. Indem James genau dies tut, ge­langt er an die Gren­zen der Naturwis­senschaft. Die Wis­senschaft erfaßt die Welt, ohne die man­nig­faltigen Ge­fühle und inne­ren Erfahrungen der Menschen zu berück­sich­ti­gen. Dabei berich­ten auch diese Erfah­rungen überzeugend von be­stimmten Aspek­ten der Wirk­lichkeit. Die ‚Achse der Realität[30]’ läuft mitten durch die Individuen hin­durch. Indem James allerdings wie die Natur­wis­sen­schaften an Erfah­rungen orientiert vorgeht, bahnt er einen neuen Weg zur Aus­einanderset­zung mit Religion jen­seits von kon­fessio­nellen Gren­zen: „der Gesamtausdruck der menschlichen Erfahrung, wie ich sie objektiv sehe, zwingt mich unwiderstehlich über die engen Grenzen der ‚Wissenschaft’ hinaus. Ganz gewiß ist die reale Welt von anderer Art - verwickel­ter gebaut, als die Naturwissenschaft erlaubt.“[31]

 



[1]G.E.Myers: William James. His Life and Thought, New Haven/ London 1986.

[2]Panaitios, in: W.Rüegg (Hg.): Stoa und Stoiker. Die Gründer: Panaitios und Poseidonios, Zürich/ Stuttgart 1950, 237-242.

[3]Marc Aurel: Wege zu sich selbst, Darmstadt 19843, 145.

[4]G.W.Leibniz: Monadologie § 57, in: Philosophische Schriften 1. Kleine Schriften zur Metaphysik, (Hg.: H.-H. Holz), Frankfurt/M. 19862, 465.

[5]W.James: Der Pragmatismus. Ein neuer Name für alte Denkmetho­den, (Hg.: K.Oehler; Übers.: W.Jerusa­lem), Hamburg 1977, 1f.

[6]W.R.Corti (Ed.): The Philosophy of William James, Hamburg 1976.

[7]W.James: A Pluralistic Universe, (Ed.: F.Burkhardt; F.Bowers), (Übers.: R.Kather), Cambridge/Massachusetts; London 1977, 117.

[8]P.Bieri: Was macht Bewußtsein zu einem Rätsel? in: Spektrum der Wissenschaft, 10 - 1992 (48-56). - G.Stent: Die Autonomie des Menschen. Komplexität und Komple­mentarität des Geistes, in: E.P.Fischer (Hg.): Neue Horizonte 92/93. Ein Forum der Naturwis­senschaften, München/ Zürich 1993, 59-80.

[9]Zit. in: J.Linschoten: Auf dem Weg zu einer phänomenologi­schen Psychologie. Die Psychologie von William James, Berlin 1961, 9f.

[10]Zit. in: C.Stumpf: William James nach seinen Briefen. Leben, Charakter, Lehre, Berlin 1928, 30.

[11]Zit.in: J.Linschoten: op.cit. 19.

[12]Zit.in: C.Stumpf: op.cit. 33.

[13]Zit.in: C.Stumpf: op.cit. 17.

[14]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 222.

[15]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 304.

[16]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 308.

[17]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 323.

[18]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 314.

[19]F.Nietzsche: Der Antichrist, in: Werke Bd.III, (Hg.: K.Schlechta), Frankfurt/M./ Berlin/ Wien 1979, 651; 667.

[20]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 348.

[21]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 338f.

[22]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 350.

[23]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 316f.

[24]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 315-317.

[25]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 451.

[26]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 466f.

[27]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 469.

[28]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 504.

[29]Henri Bergson: Über den Pragmatismus von William James. Wahr­heit und Wirklichkeit, in: Denken und schöpferisches Werden. Aufsätze und Vorträge, Meisenheim/ Glan 1948, 234-245.

[30]Vgl. W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 458.

[31]W.James: Die Vielfalt..., op.cit. 473.