Prof. Dr. Linus Hauser
Systematische Theologie, Universität Gießen
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Eine redigierte und zitierfähige Version des vorliegenden Beitrags finden Sie zusammen mit zwei weiteren Artikeln in dem Sammelband
Heinz-Hermann Peitz (Hg.)
Stuttgart 2004, 112 S., ISBN 3-926297-90-5
mit Beiträgen von R. Weinberger: Sind wir allein im
Universum?; R. Kather: Von der Dezentrierung der Erde und der
Unendlichkeit des Universums bei Nikolaus von Kues und Giordano Bruno;
Linus Hauser: Außerirdisches Leben: Herausforderung für die Theologie? |
Pater George Coyne, Direktor der Vatikanischen Sternwarte, stellt in einem Interview am 8.1.2002 fest: "Derzeit gibt es keinerlei wissenschaftliche Anhaltspunkte für außerirdisches Leben. Aber es häufen sich Beobachtungen, die auf eine solche Möglichkeit hindeuten könnten. Das Universum ist so groß, dass es absurd wäre, zu sagen, wir sind eine Ausnahme. Die Debatte ist eröffnet und ist sehr komplex"[1].
Ich bearbeite in diesem Artikel drei philosophisch-theologische Probleme, die mit der Frage nach außerirdischem intelligentem Leben gegeben sind.
Das erste Problem betrifft die Frage, wieso – besonders seit dem Zweiten Weltkrieg – die Frage nach außerirdischem Leben bedeutsam geworden ist.
Dabei will ich darlegen, dass die Faszination durch den Gedanken an außerirdisches intelligentes Leben ausgelöst wird durch vier metaphysische Orientierungsaufgaben der Moderne. Hier dient der ‚Glaube’ an außerirdische Intelligenzen als kulturstiftender und heilbringender Wesen als Kompensation. Dadurch wird deutlich werden, dass die Frage nach außerirdischer Intelligenz heute zu den unabweisbaren, wiewohl kollektiv noch tabuisierten Themen bezüglich der Frage nach dem Woher und Wohin des Menschen gehört.
Im Anschluss an die Erörterung dieses kulturgeschichtlichen Problems will ich im zweiten Schritt zwei dogmatische Fragen angehen.
Auch zu diesen beiden Fragen gibt Pater Coyne einen Anstoß: "Eine Häresie nach der anderen hat im Laufe der Jahrhunderte versucht, die Menschheit Gottes zu leugnen. Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Kann dieser wahre Mensch auch auf anderen Planeten erscheinen? Ich weiß nicht, ob man das bejahen kann oder verneinen muss"[2].
Die eine damit aufgeworfene dogmatische Frage betrifft die Legitimität oder Heilswirksamkeit möglicher außerirdischer Religionen. Nach ihrer Bearbeitung werde ich mich der zweiten, besonders drängenden Frage zuwenden – es ist die Frage nach der Einmaligkeit des Christusereignisses.
Dabei werde ich in diesem Aufsatz drei Thesen vertreten:
These 1: Der Glaube an außerirdisches intelligentes Leben wird kulturell virulent zum einen durch das Bild eines in die Ferne rückenden, zunehmend unpersönlich erfahrenen Gottes und kompensiert zum anderen die kopernikanische, die darwinische, die freudianische und die androidische metaphysische Orientierungsaufgabe der Moderne.
These 2: Die Frage nach der theologischen Bedeutung von außerirdischem intelligentem Leben ist ein Spezialfall der Frage nach der Heilsbedeutsamkeit der nichtchristlichen Religionen und der anderen Weltanschauungen.
These 3: In irgendeiner Weise muss der universale Heilswille Gottes überall dort, wo im Kosmos intelligentes Leben entstanden ist, mehr als nur in der Form einer transzendentalen Ahnung präsent werden, ohne dabei die Einmaligkeit des irdischen Christusereignisses aufzuheben. Die Art und Weise, wie diese heilschaffende Manifestation Gottes sich auf anderen Planeten zugetragen haben könnte, wie dann die Einmaligkeit des irdischen Christusereignisses gewahrt werden kann und wie diese vielen, uns unvorstellbaren Manifestationen Gottes eschatologisch zueinander finden werden, ist für uns nicht erörterbar.
Über ein Drittel der Menschen in Westeuropa versteht sich atheistisch oder agnostisch[3]. An einen deistischen Gott glauben von denen, die an Gott glauben, doppelt so viele wie an einen theistischen Gott. Ein solcher deistischer Gott mischt sich in die Schöpfung nicht ein, wendet sich den Menschen nicht als Mitperson zu.
Der theistische Gottesbegriff, der Gott als eine persönlich den Menschen ansprechende Person fasst, hat seine Akzeptanz bei der Mehrheit der Menschen in Westeuropa eingebüßt. Damit schließt die überwiegende Mehrzahl – auch der Kirchgänger – eine persönliche Gotteserfahrung im christlichen Sinne aus.
Die Mehrzahl derer, die in Europa an Gott glauben, behauptet also die Existenz eines fernen Gottes, dem sie in dieser Welt nicht mit ihren Lebenserfahrungen begegnen können, wenn man den Gedanken an einen Schöpfer, der alles geschaffen hat, und die ihm entsprechende mögliche Erfahrung der Schöpfung als Schönheits- und Ordnungszusammenhang einmal ausklammert. Als Mitperson ist dieser Gott jedenfalls für diese Menschen nicht mehr erfahrbar. Bemerkenswert dabei ist, besonders im Hinblick auf das zunehmende Interesse am UFO-Glauben und am Neuheidnischen, dass auch die Moderne die traditionelle Kompensation des Glaubens an einen fernen Gott dergestalt mitmacht, dass sie dessen Fehlen in der Welt durch den Glauben an Mittlermächte auszugleichen versucht. Nicht nur im apokalyptischen Denken des Frühjudentums tauchen mit dem Fernwerden Gottes die Engelchöre auf[4]. In einer Umfrage von 1999[5] wird bei achtzig Prozent der Deutschen ein Schutzengelglaube festgestellt. Dreißig Prozent der Befragten sagen weiterhin, dass sie versuchen mit diesem Schutzengel Kontakt aufzunehmen.
Eher unerkannt breitenwirksam sind aber auch andere Zukunftshoffnungen und neue religiöse Glaubensgehalte, die schon in den oben angeführten Beispielen sichtbar wurden. Je ferner ein Mensch zur Kirche steht, desto größer ist beispielweise sein Interesse an Raumfahrt[6].
Schätzungsweise jeder fünfte Deutsche glaubt des weiteren an UFOs[7].
Differenzierte Ergebnisse liegen allerdings nur für die USA vor. In einer Gallup-Umfrage[8] von 1996 wurden erwachsene U.S.-Bürger über ihren UFO-Glauben und über ihre Ansichten zur Möglichkeit außerirdischen Lebens telefonisch befragt. Vergleichend konnten dabei die Zahlen aus zwei Umfragen, die 1978 und 1990 stattgefunden haben, herangezogen werden.
Die Umfrage von 1996 zeigt, dass sich der UFO-Glaube in den USA seit gut zwanzig Jahren auf einem gleich hohen Level von ungefähr fünfzig Prozent hält.
Der Glaube an außerirdisches intelligentes Leben nimmt hingegen deutlich zu. Glaubten 1978 siebenundfünfzig Prozent der erwachsenen US-Bürger an extraterrestrisches Leben, so sind es 1996 zweiundsiebzig Prozent, wobei 1996 achtunddreißig Prozent zusätzlich dabei von der Voraussetzung ausgehen, dass dieses Leben dem irdischen ähnlich sei.
Thomas Gray, ein Psychologe der kanadischen Concordia-University, hat Studenten aller Fakultäten an seiner Universität in eine Umfrage[9] einbezogen, die sich u.a. auf den Glauben an UFOs, an Astrologie und an die durch von Däniken (* 1935) bekannt gewordenen Thesen über einen außerirdischen Ursprung unserer menschlichen Zivilisation bezieht.
Dabei stellt sich heraus, dass sechzig Prozent der Studierenden an UFOs glauben und Erich von Dänikens Thesen zur Präastronautik stimmen etwa fünfunddreißig Prozent zu. Astrologie bejahen ungefähr fünfzig Prozent als Methode der Vorhersage und an außersinnliche Wahrnehmungen glauben fast achtzig Prozent der Studenten.
Studenten aus den USA, aus den Bundesstaaten Texas, Kalifornien und Connecticut, hat Luanne Hudson zu diesem Themenkreis befragt[10]. Ungefähr dreißig Prozent meinen, dass Außerirdische die Erde in der Vergangenheit besucht haben und meinen weiterhin zu etwa zwölf Prozent, dass sie einen Teil der antiken Monumentalbauten errichtet haben. Ungefähr siebzig Prozent glauben an intelligentes Leben auf anderen Planeten.
Auch die naturwissenschaftliche Elite hat zu diesen Vorstellungen positive Bezüge, wie das folgende Beispiel zeigt.
Francis Harry Compton Crick (*1916) ermittelt zusammen mit James Dewey Watson (*1928) 1953 die räumliche Struktur der Desoxyribonukleinsäure und erhält dafür 1962 den Nobelpreis.
Im Internet unterschreibt Crick die Erklärung über das Klonen von Menschen und die Unantastbarkeit der Forschung (Declaration in Defense of Cloning and the Integrity of Scientific Research).
„Einige Religionen lehren, dass Menschen sich grundsätzlich von anderen Säugetieren unterscheiden - dass Menschen von einer Gottheit mit einer unsterblichen Seele ausgestattet worden sind, die ihnen einen Wert verleiht, der mit dem anderer Lebewesen unvergleichbar ist. … Homo sapiens ist (aber) ein Mitglied des Tierreichs. Die menschlichen Fähigkeiten unterscheiden sich graduell und nicht der Qualität nach von denen höherer Tiere... Bei der derzeitigen Klon-Debatte stellt sich daher unmittelbar die Frage: Sind die Verteidiger übernatürlicher oder spiritueller Agendas wirklich qualifiziert, zu dieser Debatte Sinnvolles beizutragen?“[11]
Zwar ist Crick kein Däniken-Anhänger, doch publiziert er im Handbuch zur Präastronautik zu dem Erich von Däniken eine Nachwort geschrieben hat. Er legt dort seine Idee einer gelenkten Panspermie vor.
Zunächst einmal grenzt sich Crick von der sogenannten ‘Ursuppen-Theorie’ ab, die davon ausgeht, dass in den frühesten Zeiten flüssiges Wasser und eine gasförmige Atmosphäre gegeben waren, in denen sich Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und einfache Verbindungen dieser Gase untereinander und mit Kohlenstoff befanden. Durch die aus dem Sonnenlicht entspringende Energie sei es zur Synthetisierung kleiner organischer Verbindungen gekommen, die sich im Wasser lösten und eine solche ‘Ursuppe’ bildeten. Durch immer kompliziertere Weisen der Reaktion dieser Chemikalien habe sich schrittweise Leben entwickelt. Aus diesem primitivsten Leben seien dann alle komplexeren Formen im Verlaufe der Evolution des Lebens bis hin zum Menschen entstanden.
Francis Crick greift hingegen Ideen des schwedischen Physikers und Astronomen Svante Arrhenius (1859-1927) auf, der 1903 den Nobelpreis für Chemie bekam. Für Svante Arrhenius entstand das Leben nicht auf der Erde, sondern wurde durch Mikroorganismen aus dem All auf die Planeten getragen. Svante Arrhenius nannte seine Auffassung die der Panspermie. Francis Crick entwirft auf diesem Hintergrund sein Modell der gelenkten Panspermie.
Vom Alter des Kosmos und der Entwicklung der chemischen Elemente her betrachtet, sei es durchaus plausibel, dass sich schon vor langen Milliarden Jahren auf einem fernen Planeten intelligentes Leben entwickelt haben könnte. Dieses intelligente Leben habe dann eines Tages einen Stand von Wissenschaft und Technologie erreicht, der „alles übertrifft, was wir erreicht haben“[12]. Diese „frühen Technokraten eines anderen Planeten“[13] seien von der Voraussetzung ausgegangen, dass es viele, für das Leben geeignete Planeten in der Milchstraße gebe. Es handele sich hier um Planeten, die Land und Meere hätten, in denen eine Ursuppe sich entwickeln könne, deren Bestandteile von anderen Leben bergenden Planeten kommen müssten. Diese Wesen hätten zugleich gewusst, dass auf ihrem Heimatplaneten das Leben begrenzt sei. Irgendwann würde auch ihr Stern aufhören Energie zu spenden. Um nun ihr Leben weitergeben zu können, hätten sie Mirkoorganismen ihres Planeten auf die weite, kosmische Reise geschickt. Mit unbemannten Raumschiffen, die die Organismen vor extremen Außenbedingungen schützen sollten, seien diese Bakterien nach ihrer langen kosmischen Reise auf die Erde gelangt. „Die Lebenskeime wuchsen und gediehen in der irdischen Ursuppe und entwickelten sich durch die Evolution zu den Arten, wie wir sie heute kennen“[14].
Francis Crick ist in der Nobeletage der Naturwissenschaftler kein Einzelfall für das Engagement in der erfahrungsfreien Spekulation über außerirdische Intelligenz. Aus Raumgründen verzichte ich auf weitere Beispiele.
Was fasziniert Crick an dieser Idee? Bevor darauf eine Antwort gegeben werden kann, müssen wir uns den metaphysischen Orientierungsaufgaben der Moderne zuwenden.
In Gottfried Benns (1886-1956) Gedicht Verlorenes Ich wird die neue Blickrichtung der Moderne auf eine schier in keine Ordnung mehr passende, im Zustand der ‘Zerdachtheit’ befindliche Menschenwelt so zusammengefasst:
„Die Welt zerdacht. Und Raum und Zeiten
und was die Menschen wob und wog,
Funktion nur von Unendlichkeiten -
die Mythe log.
Woher, wohin – nicht Nacht, nicht Morgen,
kein Evoë, kein Requiem,
du möchtest dir ein Stichwort borgen -
allein bei wem?“[15].
Die mathematisch beschreibbare moderne Welt hat eine schwache ontologische Wertigkeit. Es scheint nur viele Theorien zu geben, welche die Welt „zerdacht“ haben, aber kein „Stichwort“ für metaphysische Orientierung.
Wir scheinen im Unbewussten gründende Tiere zu sein, die in einer unübersehbaren Bewegung der Naturgeschichte emporgekommen sind, um abgelöst zu werden durch andere Wesen, die wir vielleicht selbst geschaffen haben. Und dieses Trauerspiel findet in einem Kosmos statt, in dem auf unzähligen, durch intelligente Wesen bewohnten anderen Planeten in ungezählten anderen Galaxien anderes und vielleicht viel Wichtigeres ablaufen könnte.
Wir scheinen Affen zu sein, die sich für Menschen halten und die in Wahrheit Eintagsfliegen sind.
Diese neuen Stichworte, durch die wir uns in dieser Welt verorten zu müssen scheinen, sind Blickwinkel, die uns – nennen wir symbolisch wichtige Namen - durch Nikolaus Kopernikus (1473-543), Charles Darwin (1809-1882), Sigmund Freud (1856-1939) und Bill Gates (*1955) vorgegeben werden.
Weil sie unser Selbst- und Wirklichkeitsverständnis im Ganzen betreffen sind sie metaphysisch bedeutsam, weil sie uns klein zu machen scheinen, sind sie Orientierungsaufgaben.
Es sind die metaphysischen Orientierungsaufgaben der Moderne, die uns das intelligente außerirdische Leben nahe bringen. Der Gedanke an Mitintelligenzen im Weltall ist Indikator für Verunsicherung und zugleich für Hoffnungen.
Betrachten wir zunächst kurz die vier metaphysischen Orientierungsaufgaben, von denen ich die kopernikanische Aufgabe später noch einmal unter eher theologischem Blickwinkel abhandle.
Von seiner Mentalität her hat sich das christliche Abendland bisher in hohem Maße an das geozentrische Weltbild gebunden. Das geozentrische Weltbild ist jene Theorie der Astronomie, gemäß der die kugelförmige Erde die Mitte des Weltalls einnimmt und gemäß der sich die Sonne, der Mond und die Planeten und das gesamte Himmelsgewölbe mit seinen Fixsternen um die Erde drehen.
Wo die Erde der räumliche Zentralort des Kosmos ist, hat es der Mensch nicht so schwer, sich zu verorten, auch wenn er im Kosmos einen unteren Rang einnimmt.
Das Christentum ist in diesen geozentrischen Kontext eingebettet gewesen. Innerhalb des geozentrischen Raumes spielt sich das auch heute noch breitenwirksame Muster christlicher Heilszeit ab, das in deutlicher Spannung zum Evolutionsgedanken und zum Gedanken der Multikulturalität steht. Von Adam über Abraham, Mose und die Propheten zu Jesus von Nazareth und von ihm her zur Zeit der Kirche erstrecke sich die Heilsgeschichte. Andere Weltreligionen und -regionen oder gar mögliche andere belebte Planeten spielen in diesem immer noch populären, wiewohl dogmengeschichtlich überholten Modell keine Rolle.
In dem Augenblick, in dem das kopernikanische Weltbild[16] in das Bewusstsein rückt, erscheint die Erde hingegen immer deutlicher als ein Staubkorn inmitten eines gewaltigen Wirbels von Sonnen und möglichen Trabanten dieser Sonnen. Gott scheint sich im Weltall aufzulösen.
Die Anwendung auch auf den Menschen macht die Evolutionstheorietheorie weltanschaulich brisant.
Aus der darwinischen Orientierungsaufgabe resultiert für viele naturwissenschaftlich Gebildete eine weltbildhafte Spannung im Menschenbild. Auf der einen Seite scheint der Mensch durch die Abgrenzung vom theistischen Christentum zugunsten eines materialistischen Atheismus auf ein Tier reduziert zu werden. Andererseits scheint der Mensch, der sich vom theistischen Gottesbild verabschiedet hat, von manchen Menschen in die höchsten Höhen eines technologischen Neugottes erhoben zu werden.
Diesem Kontrast liegt eine tiefe Spannung zwischen dem Freiheitsbewusstsein des Menschen auf der einen Seite und dem Bewusstsein der Herkunft aus einem nicht zielgerichteten evolutionären Prozess auf der anderen Seite zugrunde.
Wir müssen uns durch die darwinische Orientierungsaufgabe als Naturwesen einer langen Naturgeschichte verstehen lernen. Nach Darwin verschärft sich somit die kopernikanische Orientierungsaufgabe um die Dimensionen der zeitlichen Unübersichtlichkeit der Herkunft und des tierischen Charakters des Menschen.
Zu dieser raumzeitlichen Orientierungsproblematik kommt die tiefenpsychologische Betrachtungsweise, für die beispielhaft Sigmund Freud steht und die ich deshalb als die freudianische Orientierungsaufgabe bezeichnet habe.
Es erscheint dem modernen Menschen auch das eigene Seelenleben plötzlich als unauslotbar. Die unauslotbar dunklen Tiefen des Selbst können nicht mehr in dem Menschen abstrakt gegenüberstehende teuflische Mächte hineinprojiziert werden. Dem Bewussten entspricht plötzlich die Tiefe des Unbewussten, das in seiner Fülle zu jenem wie die Spitze eines Eisberges zu dem Teil erscheint, der unsichtbar unter dem Wasser der psychischen ‘Vorzeit’ der ganzen Menschheit liegt.
Um die vierte, die androidische Orientierungsaufgabe und später auch die Faszination durch die Möglichkeit von außerirdischem intelligentem Leben zu verstehen, muss an dieser Stelle der Unterschied zwischen Erfahrungstechnik[17] und wissenschaftsfundierter Technik erörtert werden.
Bis zum Beginn der Moderne gab es Technik primär als Erfahrungstechnik. Erfahrungstechnik muss sich den materiellen Strukturen notwendig anpassen, um sie zu nutzen.
Wenn ein früher Mensch einen Faustkeil herstellt, muss er sich in seiner Methode des Absplitterns und Zuschlagen des Steins genau der Struktur dieses Steins anpassen, um den Stein nicht zu zerstören. Diese Orientierung am vorgegebenen Material verbindet den frühen Menschen mit dem Künstler des Rokoko, der aus feinster Porzellanmasse etwas modelliert und dabei genau weiß, dass er das Material nicht überstrapazieren darf.
Seit der Industrialisierung beginnt mit dem Ende des 18. Jahrhunderts, auf der Basis einer menschheitsgeschichtlichen „technologischen Erbmasse“[18], ein Zeitalter der von mir als wissenschaftsfundierte Technik bezeichneten Vorgehensweise, die diese ,naturgegebenen Bestände’ strukturell ihren Zwecken anpasst.
Die wissenschaftsfundierte Technik eröffnet dem Menschen eine eigentümliche Abgründigkeit und führt zu einer eigentümlichen metaphysischen Orientierungsaufgabe, die ich als die androidische Orientierungsaufgabe bezeichnen möchte.
Dass Menschen von den Göttern verfertigt werden, gehört zu den grundlegenden Mythen der Menschheit. Nachdem - wie die Reflexionen von Deuterojesaia (um 545 v.Chr.) und Euhemeros von Messene (um 340-260 v.Chr.) zeigen - die Menschen erfahren haben, dass sie die Götter selbst verfertigen, wendet sich die Moderne der Verfertigung von Menschen und künstlichen Intelligenzen durch Menschen zu. Ist der Mensch oder ist Intelligenz machbar, macht sich der Mensch dadurch gerade kleiner. Er scheint seinen Schaltplan zu durchschauen. Und die Frage nach dem Lebenssinn dieser künstlichen Wesen wird auch nicht beantwortet.
Größer noch könnte aber diese Orientierungsaufgabe darüber werden, dass ein möglicher Androide nicht nur den Lebensatem, sondern noch dazu mehr Fähigkeiten als der Mensch haben könnte. Es ergibt sich die unangenehme Ahnung, dass Menschen wirklich Bio- oder Roboter-Götter verfertigen könnten und dadurch plötzlich klein und untergeordnet werden könnten.
So findet sich im Bewusstsein des modernen Menschen eine vierfach gestaltete quantitative ‘Unendlichkeit’ – die des quantitativ unüberschaubaren kosmischen Raumes, der quantitativ unüberschaubaren zeitlichen Herkunft, der abgründigen psychischen Dimensioniertheit und des möglichen unabsehbaren Mehr an androidischen Fähigkeiten gegenüber denen des Menschen. Aufgrund dieses Bezuges auf eine Form von Unendlichkeit, die zwar nicht die des metaphysisch Transzendenten, sondern des prinzipiell empirisch Quantifizierbaren ist, die aber wegen dieser Analogie des Unendlichen metaphysische Probleme aufwirft, spreche ich hier von den vier metaphysischen Orientierungsaufgaben der Moderne. Insofern diese ‘quantifizierbaren Unendlichkeiten’ das Bewusstsein der Anthropozentrik in eine Krise führen, sind sie damit zugleich die metaphysischen Orientierungsaufgaben des modernen Menschen.
Explizit wird die Frage nach außerirdischem Leben anhand der kopernikanischen Aufgabe, ihre Bedeutung für viele bekommt diese aber auf dem Hintergrund aller vier Orientierungsaufgaben.
Das zentrale Ereignis der raumzeitlichen Heilsgeschichte im geozentrischen Weltbild, die Herabkunft Jesu Christi als des Sohnes Gottes auf seine Erde, scheint durch die neuzeitliche Kosmologie relativiert zu werden. Ist – so kann man sich fragen – das Christusereignis vielleicht nur ein Nebenschauplatz auf einem ‘Provinzplaneten’[19]?
Der Leibarzt Ludwigs XIII. und Bibliothekar des Staatsmannes und Kardinals Jules Mazarin (1602-1661), Gabriel Naudé (1600-1653), schreibt am 15. August 1640 an seinen Bibliothekarskollegen Ismael Bouilleau (1605-1694):
„Ich habe Angst, dass jene alten theologischen Häresien nichts im Vergleich mit den neuen sind, die die Astronomen mit ihren Welten oder mit ihren vielen mondartigen und am Himmel befindlichen Erden einführen wollen. Denn die Konsequenz aus dieser (Häresie. L.H.) wird viel verderblicher sein als die (Konsequenzen, L.H.) der vorhergehenden (Häresien, L.H.) und sie wird die fremdartigsten Umwälzungen mit sich bringen“[20].
Mit dem 16. Jahrhundert beginnt sich dieses Bewusstsein eines gravierenden geistesgeschichtlichen Einschnittes durch die kopernikanische Orientierungsaufgabe zunehmend durchzusetzen. Nicolaus Kopernikus’ Aufmerksamkeit auf die jährliche Drehbewegung der Erde um die Sonne macht aus der Erde einen Wandelstern unter prinzipiell unzähligen anderen, obwohl Kopernikus die Begrenzung des Kosmos durch die Fixsternsphäre annimmt. Damit ist für ihn noch die Welt im ganzen kugelförmig und endlich. Der Kosmos bleibt noch eine riesige Kugelschale, obwohl sein Systemansatz dieser Annahme nicht mehr bedarf.
In der Folge wird diese kopernikanische Revolution konsequent zu Ende vollzogen. Thomas Digges (1546-1595) macht folgerichtig in A Perfit Description of the Caelestiall Orbes (1576)[21] mit dem neuen Weltbild ernst. Er setzt eine unbegrenzte (euklidische) Sternenwelt voraus.
Traurig schreibt der englische Theologe und Dichter John Donne (1572-1595) in seiner Anatomy of the World (1611):
„Und Neue Philosophie setzt alles Zweifeln aus,
Das Element des Feuers wird völlig gemacht aus;
Die Sonne ist im Verschwinden,
und die Erde, und keines Menschen Geist
ist in der Lage zu ihnen nun den Weg zu finden“[22].
Das neue Bild vom Kosmos hat noch eine andere weitreichende Konsequenz. Es ist die Vorstellung einer Mannigfaltigkeit von möglicherweise belebten Welten. Auch wenn diese Theorie vielleicht so alt wie die Menschheit ist und in der Menschheitsgeschichte immer wieder auftaucht, bekommt der Gedanke an Mitwesen im Kosmos nach der kopernikanischen Wende eine neue Triftigkeit. Der holländische Physiker Christian Huygens (1629-1695), Entdecker des Saturnmondes Titan und früher Vertreter einer Wellentheorie des Lichts, schreibt 1698 in seiner Abhandlung Kosmotheoros über die Bewohntheit des Universums:
„Wenn jemand mit Kopernikus übereinstimmt und die Erde, die wir bewohnen, für einen der Planeten hält, die um die Sonne kreisen und von ihr alles Licht empfangen, so kann er gelegentlich nicht umhin zu denken, es sei nicht unlogisch, dass wie unsere Erdkugel so auch jene anderen, nicht ohne Einrichtung und Ausstattung und vielleicht auch nicht ohne Bewohner seien“ [23].
Erst die Möglichkeit, die Erde vom Mond aus oder vom Wege zum Monde her schwebend im Weltraum zu fotografieren, konnte das kopernikanische Bewusstsein allgemein zugänglich machen.
Am 24.12.1968 findet der erste kosmische ‘heilige’ Abend statt, nämlich die erste Ausstrahlung von Gesamtaufnahmen der Erde durch die Mannschaft der Mondrakete Apollo 8 auf zahllosen Fernsehschirmen.
Erstmals verlassen Menschen bei dieser Apollo-Mission die Erdumlaufbahn. Zum ersten Mal sehen Menschen bei diesem Flug auch die Rückseite des Mondes und eine Erde, die am Mondhorizont aufgeht. Bei einer live ausgestrahlten Fernsehübertragung lesen die Astronauten aus der Bibel.
Mit diesen Bildern sind die für menschliches Fassungsvermögen unendlich scheinende Räumlichkeit des Weltalls und die mögliche Einsamkeit des Menschen im Kosmos endgültig öffentlich lebensbedeutsam geworden.
Was aber bedeutet diese Unüberschaubarkeit des Kosmos für ein christliches Weltbild, das von einem historischen Beginn des Erlösungsgeschehens ausgeht? Muss Jesus von Nazareth mit anderen Christusfiguren auf anderen Planeten konkurrieren oder bedeuten das kopernikanische Denken und die Raumfahrt gar das Ende des Christentums?
Karl Rahner (1904-1984) schreibt, es sei für den naturwissenschaftlich denkenden Menschen kaum vermeidbar, dass ihn ein „existenzielles Daseins-Schwindelgefühl“[24] ereilt, wenn er daran denkt, „dass der ewige Logos Gottes, der diese Milliarde Galaxien treibt, Mensch geworden sein soll auf diesem winzigen Planeten, der irgendwo verloren wie ein Staubkorn in diesem Universum existiert“[25].
Welche Rolle spielen in diesem nicht nur durch kopernikanische, sondern auch durch darwinische, freudianische und androidische Unübersichtlichkeit geprägten Kosmos die außerirdischen Intelligenzen, für die, die schnellen Trost suchen?
Erich von Däniken (*1935) hat in seinem ersten Erfolgsbuch Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit (1968) außerirdische Astronauten als unsere Genlieferanten und als unsere Kulturstifter behauptet. Seither gehört die Präastronautik zum grenzwissenschaftlichen Weltkulturerbe.
Däniken schreibt: „Vor grauen, noch unbestimmbaren Zeiten entdeckte ein fremdes Raumschiff unseren Planeten. Die Besatzung des Raumschiffes ermittelte sehr bald, dass die Erde alle Voraussetzungen für das Entstehen intelligenten Lebens besaß. Freilich war der damalige ‚Mensch‘ noch kein homo sapiens, sondern irgend etwas anderes. Die fremden Raumfahrer befruchteten künstlich einige weibliche Exemplare dieser Wesen, versetzten sie - wie alte Legenden berichten - in Tiefschlaf und reisten wieder ab. Jahrtausend später kehrten die Raumfahrer zurück und fanden vereinzelte Exemplare der Gattung homo sapiens vor. Sie wiederholten die Veredelung einige Male, bis schließlich ein Wesen von einer Intelligenz entstanden war, dem man Gesellschaftsregeln beibringen konnte. Immer noch waren die Menschen zu jener Zeit barbarisch. Weil die Gefahr bestand, dass sie sich zurückentwickelten und wieder mit Tieren paaren würden, vernichteten die Raumfahrer die misslungenen Exemplare, oder sie nahmen sie mit, um sie auf anderen Kontinenten anzusiedeln. Es entstanden erste Gemeinschaften und erste Fertigkeiten; Fels- und Höhlenwände wurden bemalt, die Töpferei wurde erfunden und erste Versuche der Baukunst gelangen.
Diese ersten Menschen haben einen unheimlichen Respekt vor den fremden Raumfahrern. Da sie von irgendwoher kommen und dann irgendwohin entschwinden, werden es für sie die ‚Götter‘. Aus einem unerfindlichen Grund sind die ‚Götter‘ daran interessiert, Intelligenz weiterzugeben. Sie behüten ihre Züchtungen, sie möchten sie vor Verderben schützen und das Böse fernhalten. Sie möchten eine positive Entwicklung ihrer Gemeinwesen erzwingen. Missgeburten löschen sie aus und trugen Sorge, dass der Rest die Voraussetzungen für eine entwicklungsfähige Gesellschaft bekam. …
Wenn auch erst in Jahrmillionen, wird doch unsere Sonne verglühen, sterben. Es bedarf auch nicht jenes schrecklichen Momentes, in dem ein Staatsmann die Nerven verliert und den atomaren Vernichtungsapparat in Gang setzt, um eine Katastrophe auszulösen. Ein nicht bestimmbares und nicht erkennbares kosmisches Ereignis kann den Untergang der Erde herbeiführen. Noch nie aber hat sich der Mensch mit dem Gedanken an eine solche Möglichkeit abgefunden, und sei es, dass er gläubig in einer der vielen tausend Religionen die Hoffnung auf ein Fortleben des Geistes und der Seele suchte.
Darum unterstellen wir, dass die Weltraumforschung nicht Produkt seines freien Entschlusses ist, sondern dass er einem starken inneren Zwang folgt, indem er die Perspektiven seiner Zukunft im Weltall untersucht“[26].
In Matten bei Interlaken ist am 24. Mai 2003 auf einem alten Flugplatz der Schweizer Luftwaffe der ca. 40 Millionen Euro teure präastronautische Mystery Park eröffnet worden, der sich in sieben Themenpavillons der ungelösten Welträtsel annimmt. Erich von Dänikens präastronautische Theorie über außerirdische Kulturstifter wird hier veranschaulicht.
Wenn sich ein präastronautisch interessierter Besucher – wir denken an einen Menschen, der an den fernen deistischen Gott glaubt - die dort errichten Bauwunder der Antike ansieht, könnten ihm folgende tröstende Gedanken kommen:
Erstens: Interstellare Raumfahrt ist archäologisch bewiesen.
Zweitens: Wir sind nicht allein im Kosmos. Der Kosmos ist die Heimat vieler uns wohlwollender Intelligenzen. Heimat ist deshalb in jeder Galaxis zu finden (Auflösung der kopernikanischen Orientierungsaufgabe).
Drittens: Es gibt einen durch Präastronauten genetisch programmierten Schöpfungsplan. Wir Menschen sind keine Tiere, sondern Ebenbilder der Astronautengötter (Auflösung der darwinischen Orientierungsaufgabe).
Viertens: Da wir nach Plan gebaut und nicht zufällig evolutiv geworden sind, ist auch unser Unbewusstes klar strukturiert und uns vielleicht einmal zugänglich (Auflösung der freudianischen Orientierungsaufgabe).
Fünftens: Wir sind selbst Bio-Androiden und müssen keine Angst vor Androiden haben (Auflösung der androidischen Orientierungsaufgabe).
Sechstens: Wenn wir noch dazunehmen, dass ein Viertel der abendländisch geprägten Menschen an Reinkarnation im Sinne der Tradierung eines fixen Ichkerns durch viele Körper glauben, so wird dieser Besucher sich daran erfreuen, dass ihm viele Dinge aus fernen Zeiten bekannt vorkommen. Er war ja dabei - und vielleicht war er sogar Moses oder ein Pharao. Aus dem versiegenden Auferstehungsglauben wird hier das bewiesene Reinkarnationswissen.
Damit wäre die These 1 belegt: Der Glaube an außerirdisches intelligentes Leben wird kulturell virulent durch einen in die Ferne rückenden und zunehmend unpersönlicher gefassten Gott und kompensiert zugleich die kopernikanische, die darwinische, die freudianische und die androidische metaphysische Orientierungsaufgabe der Moderne.
Kommen wir nun zum theologischen Problem in der Frage nach außerirdischer Intelligenz.
Nach christlicher Auffassung wird der Mensch für ein Leben geboren, verweilt für eine begrenzte Zeit in diesem Leben und nimmt einen begrenzten Raum ein[27]. Dieser raumzeitliche Ort ist bestimmt durch Gottes Schöpfungs- und Erlösungshandeln. Aus Gottes Schöpfungsplan entspringt eine zwar durch die Anlagen anderer Menschen begrenzte, aber wie man sagen könnte, charismatische Anlage, welche letztlich der rechte Entfaltungsrahmen seiner Zwecke ist. Durch die rechtfertigende Gnade Gottes wird diese Anlage, gemäß der ein Mensch sein Menschsein sinnvoll vollziehen kann, neu und tiefer fassbar.
Die unüberholbare und einmalige Weise, wie Gottes Gnade anschaulich und wirkmächtig wird, ist das Leben, der Kreuzestod und die Auferweckung Jesu von Nazaret. Im Christusgeschehen wird zeichenhaft und wirkmächtig vorweggenommen, dass der ganze Kosmos erlöst wird. Es wird einen neuen Himmel und eine neue Erde ohne Chaos geben.
Wie ist aber ein universal erlösendes Christusgeschehen noch denkbar, wenn es sich auf einem einzigen Planeten ereignet und vielleicht unzählige Intelligenzen auf unzähligen Planeten nach Erlösung rufen ohne jede Hoffnung, etwas von Jesus von Nazaret als dem Christus zu erfahren?
Karl Rahner spricht im Kontext dieser Problematik nicht nur von der Erstreckung der Gnade im geschichtlichen Zeit-Kontext, sondern auch über die Frage nach der möglichen Erstreckung der Gnade im kosmischen Raum-Kontext, die unvermeidlich zu den Implikationen des kopernikanischen Weltbildes gehöre. Es sei – wie schon oben zitiert – für den naturwissenschaftlich denkenden Menschen kaum vermeidbar, dass ihn ein „existenzielles Daseins-Schwindelgefühl“[28] ereilt. „Die Frage ist nur, wie beide Weltansichten im selben Bewusstsein koexistieren können, ohne dass die eine oder die andere je zu gegenseitigen Ungunsten die existenzielle Kraft des Menschlichen für sich allein aufzehrt. Zunächst wird man diese Situation nüchtern zugeben und aushalten …“[29].
Mit der kopernikanischen Orientierungsaufgabe scheint das Christentum auf dem Prüfstand der Zukunft zu stehen.
Ich unterscheide in der Beantwortung der Frage nach der theologischen Bedeutung der Möglichkeit außerirdischer Intelligenz zwei Antwortdimensionen. Es gibt kritisch-begrenzende und positiv-spekulative Antwortdimensionen.
Eine kritisch-begrenzende Antwort macht auf Erkenntnisgrenzen und die mangelnde Sinnhaftigkeit einer Frage aufmerksam. Kritisch begrenzend kann zunächst gesagt werden:
Wir können keinerlei Wahrscheinlichkeitsrechnung über das reine Dass und die Quantität intelligenten außerirdischen Lebens anstellen. Um etwas zu begreifen, also hier die Wahrscheinlichkeit außerirdischen intelligenten Lebens, bedarf es – so lehrt die Logik – des Bezuges auf ein genus proximum (allgemeiner Begriff von endlicher Intelligenz) und eine zweite endliche vernunftbegabte Art neben uns Menschen, um diese von uns zu unterscheiden (differentia specifica). Es fehlt uns zur Erarbeitung übergreifender Maßstäbe eine zweite vernünftige Art von Lebewesen.
Wir haben es bei dieser Frage also mit einer – freilich kulturell sehr virulenten – Möglichkeit zu tun, nicht mit Wahrscheinlichkeitsfragen und schon gar nicht mit dem Feststellen einer Wirklichkeit.
Kritisch-begrenzende Antworten allein hinterlassen aber meist ein schales Gefühl. Kommen wir also zu den positiv-spekulativen Antworten. Was können wir positiv sagen?
Zunächst lässt sich positiv feststellen:
Wir können zwar nicht darüber mutmaßen, wie solche Intelligenzen beschaffen sein könnten. Für unsere theologische Perspektive kann aber vorausgesetzt werden, dass endliche Intelligenz u.a. auch die Geneigtheit erlöst zu werden, besitzt, dass also zum Wesen endlicher Intelligenz die Konfrontation mit der Möglichkeit von Erlösung gehört. Dies bedeutet nicht, den Glauben an die Wirklichkeit von Erlösung zu haben.
Des Weiteren ist in diesem theologischen Kontext die Prämisse für endliche Intelligenz die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Gut und Böse.
Was weiter positiv gesagt werden kann, will ich in einem ersten Schritt in freier Anlehnung an Karl Rahners Theologie der Religionen tun, diese auf mögliche außerirdische Phänomene erweitern und sodann – darauf aufbauend – in einem zweiten Schritt die christologischen Dimensionen dieses Problems bedenken.
Die Religionsgeschichte zeigt, dass die geschichtliche Auslegung der christlichen Offenbarung „dem Menschen so überlassen (ist, L.H.), dass mannigfaltige Geschichten von Religion in den verschiedenen Welträumen und Zeiten der Menschheitsgeschichte entstehen, ohne dass es zu gelingen scheint, diese vielen Geschichten zu einer gestalteten Geschichte der Offenbarung und des Heils mit einer einzigen deutlichen Bewegungsrichtung für unseren betrachtenden Blick zu vereinigen“[30].
Die gesamte vorchristliche Offenbarungsgeschichte ist deshalb nicht sinnvoll als „zeitliche() Reihenfolge“[31] konzipierbar, sondern nur „rückschauend von dem Punkt aus … , von dem aus uns das Offenbarungsereignis nur wirklich greifbar wird, von Jesus Christus aus“[32].
Von diesem Punkt her ist es erst möglich, trotz allen Unheils die „gesamte Menschheitsgeschichte“[33] und – wie ich hinzufüge – die gesamten anderen möglichen Geschichten aller vernunftbegabten Rassen im Kosmos als im Kreuzesgeschehen aufgehobene „Heils- und Offenbarungsgeschichte“[34] zu sehen.
Wenn man dann die „partikuläre Offenbarungsgeschichte“[35] umreißt, „die uns als unmittelbare Vorgeschichte und Nähe zum Christusereignis noch angeht und jene zeitlich und räumlich ganz kleine Stelle in der universalen Offenbarungsgeschichte ist, die wir die Geschichte des Alten Testaments nennen“[36], kommen wir zu einer wichtigen Grundsatzentscheidung.
Das Zeugnis des Alten Testaments spielt zwar eine spezifische Rolle als unmittelbare Vorgeschichte des Neuen Testamentes, aber davon abgesehen keine qualitativ verschiedene Rolle gegenüber den Zeugnissen anderer vorchristlicher Religionen – auch den möglichen Religionen auf anderen Planeten.
Die alttestamentliche Glaubenswelt ist – im Gegensatz zur Botschaft des Neuen Testaments – „ein göttlich interpretierter Modellfall einer vorchristlichen Religion“ und keine „schlechthin und in jeder Hinsicht einmalige und unvergleichliche Größe“[37]. Um dies genauer zu erläutern, müssen wir uns der traditionellen Lehre von der „legitimen Religion“ zuwenden.
Dabei gehe ich – mit Karl Rahner - von drei grundlegenden Prämissen aus:
1. Es gab und es gibt andere Religionen und Weltanschauungen.
2. Auch eine nichtchristliche endliche Vernunft kann einen heilschaffenden Glauben haben, insofern sie sittlich zu leben trachtet.
3. Es ist nicht denkbar, dass die nichtchristlichen Religionen, zu denen sich endliche vernünftige Wesen guten Willens bekennen, diesen Personen so äußerlich bleiben, dass diese Religionen oder anderen Weltanschauungen nicht zumindest auch eine spezifische, eher sogar eine grundlegende Rolle für die Konstitution dieses heilschaffenden Glaubens haben.
Wenn man diese drei Prämissen unter dem Gesichtspunkt bündelt, ob nichtchristliche Religionen in der Offenbarungsgeschichte eine positive Rolle spielen können, dann gelangt man zu dem Begriff der legitimen Religion.
Eine legitime Religion ist eine „institutionelle Religion, deren ,Benützung’ durch den Menschen zu einer bestimmten Zeit im Ganzen als positives Mittel mit der richtigen Beziehung zu Gott und so zur Erlangung des Heiles angesehen werden kann und so in Gottes Heilsplan positiv einkalkuliert ist“[38]. Es entsteht nun eine Spannung zwischen dem Absolutheitsanspruch des Christentums, ,wahre Religion’ zu sein auf der einen Seite und der auch heute noch faktisch gegebenen Existenz von legitimen Religionen auf der anderen Seite. Wie lässt sich diese Spannung aufheben?
Diese Spannung wird beseitigt, indem der Begriff des Vorchristlichen differenziert wird. Die neuscholastische Schultheologie vertritt die Auffassung, dass mit Pfingsten alle anderen religiösen Ansprüche illegitim geworden sind. Pfingsten wird hier als punktuelles Geschehen in der Geschichte gefasst.
Ich will Pfingsten hier als Metapher verwenden um durch sie das Problem auf andere Weise anzugehen.
Der Pfingsttag ist als geschichtlich sich erstreckendes Pfingsten der verschiedenen Kulturen und Völkergeschichten dieses Erdballs und des ganzen Kosmos und somit als Anfang eines kosmosgeschichtlichen Prozesses aufzufassen.
Wenn die Inkarnation Gottes im Menschen Jesus von Nazareth erst der geschichtliche Beginn einer geschichtlichen Ausbreitung von einem Punkt her in der Offenbarungsgeschichte ist, dann gibt es kein punktuelles Pfingstdatum als Datum der Illegitimität des religiösen Denkens aller möglichen Völker auf möglicherweise bewohnten Planeten, sondern einen geschichtlichen Weg zu einem eschatologischen Pfingsten, dann ist die Vorgeschichte der christlichen Religion auch heute noch nicht beendet.
So bleibt die Frage, in welchem genauen Zeitpunkt diese absolute Verpflichtung jedes Menschen und jeder - auch außerirdischen – Kultur auf das Christentum konkret eintritt auch im Sinne der objektiven Verpflichtung einer solchen Forderung[39], theoretisch unbeantwortbar.
Die Heilsnotwendigkeit des Christentums ist nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gesellschaftliche Größe. Das Christentum muss ,den’ Heiden in einer zureichenden geschichtlichen Begegnung zugänglich sein, bevor überhaupt die Frage nach dem Zeitpunkt eines Pfingsten der Völker und Kulturen gestellt werden kann. Dieser Zeitpunkt, in dem die vorchristliche Geschichte der Religionen sich in eine neue Phase ihres Endens begibt, ist erst heute im Zeitalter der internationalen Kommunikationswege erst angebrochen.
Vielleicht wird auch einmal interstellare Raumfahrt in die fernsten Galaxien als Möglichkeit physikalisch fassbar und später sogar wirklich werden.
Die Kirche hat das Kommen Jesu Christi immer als Ineinsheit von Ende und Anfang gesehen. Mit dem Christusereignis bricht das immer schon unthematisch ersehnte Reich Gottes an und ist doch noch nicht vollendet da.
Früher wurde die geschichtliche Dimension dieses Heilsgeschehens folgendermaßen wahrgenommen: Der Christusereignis war Anbruch „des späten Alters der Weltgeschichte“[40], das schon die baldige Wiederkunft des Weltenrichters ankündigte. Zugleich aber war das Kommen Jesu Christi der Anfang der Geschichte der Kirche. In beiden Hinsichten war allerdings die zeitliche Erstreckung dieser Geschichte sowohl nach rückwärts wie nach vorwärts äußerst begrenzt im Raum (geozentrisches Weltbild) und in der Zeit (einige tausend Jahre).
Christologie innerhalb einer evolutiven Weltanschauung muss hingegen davon ausgehen, dass Raum und Zeit ,um’ das Christusereignis schier unbegrenzt sind. Zwar ist Jesus Christus innerhalb einer evolutiven Weltanschauung insofern der Anfang des Endes, als mit ihm die Perichorese, d.h. die liebende Durchdringung von Gott und Mensch, raum-zeitlich punktuell vollendet und global unwiderruflich verheißen ist.
Was aber heißt das? Um diese Frage in das rechte Licht zu stellen, fragen wir zunächst einmal: Wissen wir Christen denn wer Jesus Christus ist?
Schon die Frage nach dem was es – unter dem Bilderverbot stehend – heißt, zugleich „wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch“ zu sein, übersteigt unser Anschauungsvermögen und unsere begrifflichen Fähigkeiten. Es geht in dieser Bestimmung des Konzils von Chalcedon 451 nicht einfach um diskursives Verstehen, sondern um die Fähigkeit dieser Denkfigur, die größte Nähe des zugleich bilderlosen und transzendenten Gottes zu den Menschen zu erkunden. Gott ist nur ganz bei den Menschen, wenn er sich gerade deshalb als der ganz Andere bewahrt, weil er unbegreiflicher Weise Mensch wird und somit in die nächste Nähe zu seinen Geschöpfen tritt.
So ist der Glaube an Christus im Werden und zugleich ist Christi Leib (1 Kor 3,16f), besonders wenn man die nachkonziliare Ekklesiologie[41] in Rechnung stellt, im Werden. Wenn nämlich wir, als nach dem Heil strebende Gemeinschaft aller Ebenbilder Gottes im Kosmos, ein Teil des Leibes Christi sind, und nach uns noch andere kommen, die auf der gleichen Pilgerschaft durch einen noch nicht vollkommen erlösten Kosmos sich befinden, dann ist Christi Leib am Werden. Christi Leib ist nachkopernikanisch möglicherweise größer als die irdische Menschheit und die auf der Erde ‚sichtbare Schöpfung’. Zugleich verweist aber gerade dieser ‚kosmische Christus’ im Christentum darauf, dass die Wirksamkeit des kosmischen Christus für uns Menschen nur möglich ist, weil – wenn ich einmal hier pointiert reden darf – der Kosmos in diesem raumzeitlich lokalisierbaren Individuum Jesus von Nazareth für uns realpräsent geworden ist.
Damit ist die Problemkonstellation angezeigt, von der her die Frage nach ‚Jesus Christus im Glauben außerirdischer Intelligenz’ bearbeitet werden kann.
- Außerirdische Intelligenz muss eine personale Dimension besitzen. Sie kann von uns nur als Form von endlichem Geist vorgestellt werden. Endlicher Geist ist geprägt durch die Fähigkeit der Hörsamkeit auf Gottes Offenbarung.
- In irgendeiner Weise muss das Christusereignis überall dort, wo im Kosmos intelligentes Leben entstanden ist, mehr als nur in der Form einer transzendentalen Ahnung präsent werden, sonst wäre der universale Heilswille des trinitarischen Gottes nicht wirkmächtig.
- Diese Offenbarung muss heilsschaffend sein im Sinne eines Schon des Anbruches des Reiches Gottes und eines Noch nicht seiner Vollendung. Diesem Maßstab entspricht für irdische Verhältnisse das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu von Nazareth als das Christusereignis.
- Es ist unmöglich, sich vorzustellen, wie solche Manifestationen der Erlösung sich möglicherweise auf anderen Planeten zugetragen haben und wie diese vielen, uns unvorstellbaren möglichen Manifestationen eschatologisch zueinander finden werden.
- Durch die universale reale Ereignishaftigkeit der Inkarnation wird die Einmaligkeit des irdischen Christusereignisses nicht aufgehoben.
- So ist davon auszugehen, dass es sowohl auf der Erde, als auch auf anderen möglichen, durch endliche Vernunft belebten Planeten auch andere personale „Verdichtungen der Gottespräsenz“ gibt, die „ebenso qualitativ einzigartig, doch grundlegend verschieden von Jesus Christus“ sind. Die Personen, die diese Gottespräsenz leben, sind „ebenso qualitativ einzigartig, doch grundverschieden von Jesus Christus, weshalb man sie nicht als ‚Christusse’ bezeichnen darf“[42].
Fassen wir zusammen:
Ein reale Manifestation des universalen göttlichen Heilswillens auf anderen Planeten wäre als das heilseröffnende konkrete Anschaulichwerden der universalen Heilswirksamkeit Gottes zu fassen. Die Art und Weise, wie dieses Manifestation sich auf anderen Planeten zugetragen haben könnte, wie es das irdische Christusereignis nicht sollte relativieren und wie diese vielen, uns unvorstellbaren Ikonen der Perichorese von göttlichem und endlich-vernünftigen Selbstvollzug eschatologisch zueinander finden werden, ist für uns nicht sinnvoll thematisierbar, weil uns zur Erarbeitung übergreifender Maßstäbe mindestens die Erfahrung mit einer zweiten Art von endlichen vernünftigen Wesen fehlt.
Es gibt keine Möglichkeit, den Aspekt des irdischen Jesus von Nazareth und des kosmischen absoluten Heilbringers, den Aspekt des wahren Menschen und des wahren Gottes und die vielen spannungsreichen Aspekte der Christusvorstellungen in einem scheinbar logischen und konkret beschreibbaren Obergesichtspunkt zusammenzubinden, da sie unser Vorstellungsvermögen übersteigen was ihre Einheitlichkeit betrifft. Die Einheitsgestalt von Individuellem und Kosmischen kann erst am Ende der Geschichte erfahren werden, wenn im Neuen Jerusalem alle eins in Christus geworden sind und der Kosmos im ganzen erlöst ist. Diese eschatologische Perspektive ist uns als in der Zeit Pilgernden nicht möglich.
Wir können nur feststellen, dass der Leib Jesu Christi diese Spannung von Individuellem und Universalem beinhaltet und dass diese Spannung in irgend einer uns heute unvorstellbaren Weise im Leben jedes endlichen vernünftigen Wesens im Universums wirksam ist.
Der englische Schriftsteller und Philosoph William Olaf Stapledon (1886-1950) versucht in seinem Roman Der Sternenschöpfer (1937) ein trinitarisches Gottesbild unter den Bedingungen des evolutiven Denkens zu formulieren. Der Icherzähler erlebt in einer modernen Form der Jenseitsreise[43] – mit den unterschiedlichsten neuen, den evolutiven Stufen des Kosmos entsprechenden Wahrnehmungsorganen begabt – eine Reise durch alle Nuancen der kosmischen Evolution bis hin zur Schau des trinitarischen kosmischen Geistes.
Am Ende seiner Reise ‘schaut’ er den absoluten Geist. Mit einer Passage aus diesem Romanschluss möchte ich diese Darstellung beenden.
„Und doch erkannte ich auf unerklärliche Weise, dass der Kosmos trotz allem voller Lieblichkeit war und ein vollkommen geformtes Wesen darstellte; und dass jede Verwirrung und jede Pein, so grausam sie auch dem Leidenden erscheinen mochte, letzten Endes unweigerlich in der erhöhten Klarheit des kosmischen Geistes selbst endete. In diesem Sinne wenigsten war keine der einzelnen Tragödien sinnlos.
Und wie durch Tränen der Leidenschaft und des heißen Widerspruchs sah ich den Geist des höchsten und vollkommensten Kosmos seinem Schöpfer gegenübertreten. ... Und der Sternenschöpfer ... fand in der greifbaren Lieblichkeit seines Wesens die Erfüllung seines Strebens. Und in der Freude des Sternenschöpfers und seines höchsten Kosmos wurde auf seltsame Weise der absolute Geist selbst deutlich, der Geist, in dem alle Zeiten gegenwärtig und alle Wesensformen eins sind; denn der aus dieser Vereinigung entspringende Geist zeigte sich meinem ohnmächtigen Verstand zugleich als Ursache und Ergebnis aller endlichen Dinge“[44].
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[1] Zit. nach: http://www.bild.de/service/archiv/2002/jan/08/news/gott/gott.html.
[2] Zit. nach: http://www.bild.de/service/archiv/2002/jan/08/news/gott/gott.html.
[3] Vgl. die Zusammenschau der einschlägigen kultur- und religionssoziologischen Diskussion: Hauser, 2003. Speziell für unsere Fragestellung sind relevant: Gray , 1995 und Hudson , 1995.
[4] Vgl. dazu Dormeyer/ Hauser, 1990.
[5] Vgl. zu diesem Schutzengelglauben/ Schutzgeisterglauben: Focus, Heft 14, 1999.
[6] Vgl. dazu Schmidtchen, 1973, Tabellen Nr. 186, 187 und 189.
[7] Vgl. Focus Heft 14, 1995, 250.
[8] Zit. nach der Internetadresse: http://www.exosci.com/ufo/news/8.html.
[9] Gray, 1995, 25. Dass sich hier über sechzig Prozent am Reinkarnationsgedanken orientieren, ist so eklatant hoch, dass diese Zahl den Vergleich mit anderen Umfragen nicht standhält. Hier dürfte die Fragerichtung zu unbestimmt gewesen sein. Die anderen Zahlen haben zum Teil ebenfalls diese Tendenz, erweisen sich aber als verträglich mit der von Luanne Hudson (1995).
[10] Hudson, 1995, 49-67.
[11] Zitiert nach der Internetveröffentlichung in: http://www.secularhumanism.org/library/fi/cloning_decleration_17_html (Übersetzung L.H.).
[12] Crick, 1985, 82.
[13] Crick, 1985, 83.
[14] Crick, 1985, 85.
[15] Benn, 1956, 229f.
[16] Vgl. dazu Blumenberg, 1985; Guthke, 1983; Munitz, 1957; Dick, 1982; Kaulbach, 1968.
[17] Vgl. dazu Burgey, 1985, 116-127 und Hauser, 2003.
[18] Mumford, 1974, 509f.
[19] So lautete der mir vom Studentenpfarrer auferlegte Titel eines Vortrages, den ich im SS 1997 vor der Münsteraner Studentengemeinde gehalten habe.
[20] Zit. nach Guthke, 1983, 50 (Übersetzung L.H.).
[21] Vgl. Munitz, 1957, 184-189.
[22] Zit. nach Brooke, 1991, 56 (Übersetzung L.H.).
[23] Huygens, zit. nach Guthke, 1983, 48.
[24] Rahner, 1981, 70.
[25] Rahner, 1981, 70.
[26] Däniken, 1968, 83f. und 168.
[27] Vgl. dazu Hebr 9, 27.
[28] Rahner , 1981, 70.
[29] Rahner , 1981, 70.
[30] Rahner , 1976, 168.
[31] Rahner, 12/249.
[32] Rahner, 12/249.
[33] Rahner, 12/249.
[34] Rahner, 12/249.
[35] Rahner, 12/250.
[36] Rahner, 12/250.
[37] Rahner, 5/125.
[38] Rahner, 5/148.
[39] Rahner, 5/142.
[40] Rahner, 5/218.
[41] Vgl. dazu Lumen Gentium 14-16.
[42] Bernhardt, 1993, 193. Diese Passage bezieht Bernhardt nicht auf außerirdische Heilswege.
[43] Vgl. dazu Hauser, 1994 und ders., 1998.
[44] Stapledon, 1982, 342.
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Prof. Dr. Linus Hauser
Systematische Theologie, Universität Gießen
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